Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Stadt wächst weitaus stärker als erwartet

Burgdorf Stadt wächst weitaus stärker als erwartet

„Wir brauchen 15 000 neue Wohnungen in der Region.“ Das hat Erster Regionsrat Axel Priebs beim Burgdorfer Wirtschaftsforum angekündigt. Für Priebs, der den rund 200 Gästen die demografische Entwicklung der Region erläuterte, gehört Burgdorf dabei eindeutig zu den Gewinnern.

Voriger Artikel
Burgdorfs Schulen sind im Umzugsmodus
Nächster Artikel
Rat erwägt höhere Gebühren für Bücherei

Burgdorf auf Expansionskurs: Mehr Einwohner - mehr Wohnungen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Bei der Demografie gehe es nicht allein um die Entwicklung der Bevölkerungszahlen, sondern auch um gesellschaftliche Veränderungen, betonte Priebs, der auch Vorsitzender des Zukunftsforums Niedersachsen ist. „Wir werden weniger, älter, einzelner und bunter.“ Daraus resultiert eine in der Vergangenheit nicht bekannte Vielfalt von Lebensstilen, Wohnformen, Arbeitsmodellen und schließlich auch Kulturen.

Das sei eine Herausforderung für jede Kommune, auch für die Region, sagte Priebs: „Wir müssen passgenaue Lösungen entwickeln.“ Selbst in der Region gebe es keine einheitliche Entwicklung. Zwar nehme die Einwohnerzahl in der Region zu: „Die 1,2 Millionen sind in Sicht. Lange Zeit haben wir bei 1,1 Millionen gelegen.“ Dieser Anstieg sei vor allem das Ergebnis von Zuwanderung. Viele Menschen kämen in die Region für ihre Ausbildung und einen Arbeitsplatz. Weitere Ursache sei der jüngste Flüchtlingszustrom.

In der Region steige zwar auch die Geburtenrate, sagte Priebs. Aber nach wie vor würden weniger Kinder geboren, als benötigt würden, um die Einwohnerzahl konstant zu halten. „Man braucht eine Quote von 2,1, damit die Gesellschaft sich selbst erhält“, sagte Priebs. Aktuell liegt sie bei 1,4.

Burgdorf gehört in der Region zu den wachsenden Kommunen. Die Prognose von einem Prozent Bevölkerungswachstum sei überholt, räumte Priebs ein. „Das muss deutlich nach oben korrigiert werden.“ Prognostiziert worden war, dass die Stadt 2020 rund 29.700 Einwohner hat. Ende 2015 waren es schon 30.800 und Mitte 2016 waren 30.990 Menschen mit Hauptwohnsitz in Burgdorf gemeldet. Als Gründe für diese unerwartete Entwicklung nannte der Erste Regionsrat die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die gute Stadtplanung mit einer kompakten Innenstadt als Einkaufsmeile.

Auffällig ist der überdurchschnittlich hohe Anteil von Jugendlichen (32 Prozent) und Menschen über 65 (20 Prozent) in Burgdorf. Der Regionsdurchschnitt liegt bei 30 bzw. 17 Prozent. Moderator Heiko Nebel wollte von Priebs wissen: „Wie müssen wir vor diesem Hintergrund in Burgdorf bauen?“ Priebs Antwort: Wohnraum schaffen für kleine Haushalte, da und dort etwas dichter bauen– und vor allem nicht nur Baugebiete für Einfamilienhäuser ausweisen.

Priebs kündigte an, dass für 2017 ist ein Kongress geplant ist, der sich mit dichter und trotzdem attraktiver Bebauung beschäftigt. Denn die Flächen für Wohnbebauung würden zunehmend knapper. In einigen Regionskommunen gebe es bereits Flächenmangel, zum Beispiel in Langenhagen wegen des Flughafens. Auch Naturschutzgebieten setzen dem Siedlungswachstum Grenzen. "Trotzdem müssen wir in der Region 15 000 bezahlbare Wohnungen schaffen. Das ist unser Arbeitsauftrag in den nächsten eineinhalb Jahren“, betonte Priebs.

doc6sh0cch7vqeybkyqdgn

Fotostrecke Burgdorf: Stadt wächst weitaus stärker als erwartet

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

doc6sn9dtnbrnthj5pmdfd
Abriss der Brandruine beginnt

Fotostrecke Burgdorf: Abriss der Brandruine beginnt