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Zukunftstag: Der Blick in den Arbeitsalltag

Burgdorf Zukunftstag: Der Blick in den Arbeitsalltag

Autofahrer stoppen, eine Wasserwelle legen, dem Hund das Herz abhören oder das Mikrofon auf der Bühne anschließen: All diese Aufgaben haben Jungen und Mädchen beim Zukunftstag in Burgdorf übernommen. Doch nicht immer passen die Vorstellungen der Jugendlichen mit den Anforderungen des Berufs überein.

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Tjark nimmt bei Jörg Windfuhr im Streifenwagen Platz.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Die Tierarzthelferin

Für Yvonne (13) steht der Berufswunsch fest: „Ich möchte Tierarzthelferin werden“, sagt die Achtklässlerin ganz selbstbewusst. Deshalb hat sie sich nicht nur in der Kleintierarztpraxis Willenbockel und Völker für den Zukunftstag, sondern auch gleich für ein zweiwöchiges Praktikum im nächsten Schuljahr beworben. Die Arbeit in der Praxis kenne sie bereits gut: „Ich bin hier öfter mit meinen drei Kaninchen oder der Katze“, sagt die Lehrterin. Ihr Wunsch sei es später, den Tieren besser zu helfen, wenn sie krank seien. „Deshalb möchte ich auch nicht Tierpflegerin lernen.“ Dass sie neben den Hunden und Katzen, Meerschweinchen und Hamstern, Wellensittichen und Papageien auch die Menschen begleiten müsse, wisse sie aus eigenem Erleben. Genau das unterscheide Yvonne von vielen anderen Interessenten, sagt Tierarzt Christian Willenbockel. „Das größte Missverständnis ist, dass die Jugendlichen die Vorstellung von lustigen, süßen Tieren haben“, weiß er aus Erfahrung. Sie seien dann überfordert, wenn Tiere kämen, denen es nicht so gut gehe. „Wir behandeln überwiegend Probleme“, sagt der Veterinär und nennt als weitere Voraussetzung, dass die Mitarbeiter in der Praxis eben auch die Halter betreuen müssten. „Kommunikation ist manchmal alles“, sagt er – obwohl er zunehmend beobachte, dass sich so mancher Halter nicht benehmen könne. „Die Tendenz ist wirklich steigend.“

Die Friseurin

Dass Kommunikation in vielen Berufen wichtig ist, unterschreibt auch Jutta Nieberg sofort. Bei der Inhaberin vom Salon Fönyx absolviert Rosana (11) ihren ersten Zukunftstag. „Ich finde es faszinierend, wie manche Menschen ihre Frisur hinbekommen und wie sie es schaffen, dass die dann lange hält“, sagt die Fünftklässlerin, während sie einer Puppe erst die Wasserwelle legt und dann Lockenwickler eindreht. Auf die Kunden am Frisiertisch einzugehen, kann sich die Schülerin gut vorstellen. „Ich traue mir zu, nett auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen zu reden.“ Präzise Techniken, einen Blick dafür, welche Form und Farbe zu welchem Kunden passt, hygienisch saubere Arbeitsplätze, das Wissen um chemische Abläufe – Nieberg fallen ganz unterschiedliche Facetten des Berufes ein, die der Nachwuchs so nicht überblicke. „Mancher hat die Vorstellung, dass er gleich am ersten Tag am Kunden arbeitet“, berichtet sie. Ein Irrtum, denn davor steht das Lernen in der Schule und an Puppenköpfen. Viele räumen deshalb ein, dass sie sich die Ausbildung einfacher vorgestellt hätten. „Aber wir arbeiten nicht nur am Kopf, sondern auch im Kopf“, bringt es die Inhaberin auf den Punkt.

Der Polizist

„Mal schauen, ob das was für mich ist“, mit diesem Satz kommentiert Tjark (11) seine Teilnahme am Zukunftstag bei der Polizei. Ihn interessiert vor allem, ob und wann die Polizisten ihre Waffen einsetzen dürfen. Einige Aspekte der Arbeit kenne er bereits, dazu gehörten die blauen Autos inklusive des Martinshorns. Neu indes seien für ihn die Spurensicherung und die schusssichere Weste. „Und das Sondereinsatzkommando, das Wohnungen stürmen darf“, sagt der Fünftklässler. Verkehrskontrolle, Fingerabdruck, Tempomessung: Seit 14 Jahren bereitet der Kontaktbereichsbeamte den Tag für den Nachwuchs vor. „Es geht nicht nur darum, die vielen Aufgaben zu zeigen, sondern auch die Besonderheiten“, sagt er und nennt als Beispiel die Schicht- und Wochenenddienste, die so manches Vorhaben wie ein Fußballspiel oder Feiern am Wochenende verhinderten. „Das muss jedem klar sein, der bei uns anfangen möchte“, sagt er.

Der Veranstaltungstechniker

Ganz auf Anhieb klappt das Einschalten des Mikrofons nicht, wie Kathleen (13) sagt. Sie absolviert ihren Zukunftstag bei Fabian Grohmann, der im dritten Ausbildungsjahr den Beruf des Veranstaltungstechnikers lernt. Dass dazu Technik gehört, sei klar, sagt Kathleen. Ja, aber nicht nur, sagt Horst Gohla vom JohnnyB. Wer als Veranstaltungstechniker arbeiten wolle, müsse auch körperlich belastbar sein und unübliche Arbeitszeiten akzeptieren. „Und die Technik umfasst auch das Programmieren, so sind zum Beispiel alle Lichtpulte digital zu steuern“, nennt er ein Beispiel. Deshalb sei es gut, wenn sich Interessenten initiativ für das Probearbeiten bewerben würden: „Dann sehen beide Seiten, ob das passt.“ Diesen Weg gehen auch die anderen Betriebe – er habe sich bewährt, sagen Nieberg und Willenbockel unisono.

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