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Reden können über all das, was belastet

Burgdorf Reden können über all das, was belastet

"end-lich leben!": So ist der offene Treff überschrieben, den zwei Ehrenamtliche des Ambulanten Hospizdienst Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze jeden zweiten Sonnabendvormittag im Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH) anbieten. Doch nicht nur Trauer, Sterben und Tod sind dort Themen.

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Agnes Ruth Rehrmann (links) und Kirsten Jagau-Brinkmann bereiten das Kaminzimmer im Burgdorfer Mehrgenearationehaus für den offenen Treff vor.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. "Jeder darf, ohne bewertet zu werden sagen, was ihm auf dem Herzen liegt. Und alles was in diesem Raum gesprochen wird, bleibt auch hier", sagt Agnes Ruth Rehrmann. Denn wer loswerden will, was ihn bedrückt, sei es der Verlust eines nahestehenden Menschen, eigene Krankheit, ein anstehender Abschied oder eine einschneidende Veränderung im Leben wie ein ungewollter Umzug ins Altenheim oder eine Berentung: Der muss sich sicher sein können, dass nichts nach außen dringt. 

Gemeinsam mit Kirsten Jagau-Brinkmann leitet Rehrmann als ehrenamtliche Mitarbeiterin des ambulanten Hospizdienstes den offenen Treff im Kaminzimmer des BMGH seit zweieinhalb Jahren. Ein niedrigschwelliges Angebot sollte es sein, ergänzend zu den anderen Angeboten des Hopspizdienstes: "Ein Angebot für Menschen, denen der Schritt in die Diakonie zu schwer fällt."

Eigentlich waren zwei Termine geplant: Einer am Freitagnachmittag, einer am Sonnabend. Doch der Freitag wurde nicht angenommen. Der Sonnabend dafür umso mehr. Durchschnittlich fünf bis sieben Gäste finden sich jedes Mal ein, einige davon kommen seit Beginn an.

Im heimeliger Atmosphäre mit liebevoller Tischdekoration, einer Tasse Tee oder Kaffee können sie ein Stück Gemeinschaft genießen, sich Kummer vom Herzen reden, sich aufgehoben fühlen - oder einfach angeregt diskutieren. Jeder, der will, kommt zu Wort, darauf achten die beiden Leiterinnen genau. Ebenso wie darauf, dass trotz allem Ernst und aller Tiefe auch Platz für Schönes ist.  "Es darf auch mal gelacht werden", sagt Rehrmann: "Wir haben hier schon gemeinsam die Geburt von Zwillingen gefeiert".

Falls die Emotionen bei den doch sehr berührenden Themen zu sehr hochkochen sollten, sind sie ebenfalls vorbereitet. "Wir sind immer zu zweit. Falls einen Teilnehmer die Gefühle so überwältigen sollten, dass er ein Gespräch zu zweit braucht, wäre das möglich", sagt Jagau-Brinkmann: "Bisher war das aber noch nicht der Fall."

 Die nächsten Treffen sind am 13. August, 10. September, 8. Oktober, 12. November und 10. Dezember. Dann allerdings nicht mehr in der Gartenstraße, sondern den neuen Räumen des BMGH an der Marktstraße 19.

Der ambulante Hospizdienst hat noch weitere Angebote

Neben der persönlichen Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen und dem offenen Treff "end-lich Leben!" bietet der ambulante Hospizdienst für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze noch folgendes an:

An jedem ersten Sonnabend im Monat ist  von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr Trauercafé im Gemeindezentrum an der Goethestraße 20 in Lehrte. Willkommen sind Menschen, die Angehörige oder Freunde verloren haben, aber auch solche, die ihre Trauer bereits bewältigt haben und anderen dabei helfen wollen.

Die Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern trifft sich alle 14 Tage, jeweils montags von 19 bis 20.30 Uhr im Haus der Diakonie an der Schillerslager Straße 9 in Burgdorf.

Die Selbsthilfegruppe für Trauernde trifft sich einmal im Monat montags von 19 bis 20.30 Uhr ebenfalls im Haus der Diakonie an der Schillerslager Straße 9.

Auch eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige gibt es. Treffpunkt ist alle 14 Tage montags von 19 bis 20.30 Uhr im Haus der Diakonie, Schillerslager Straße 9.

Anmeldungen und Auskünfte gibt es bei der Koordinatorin Manuela Fenske-Mouanga unter Telefon (05136) 897311 und per E-Mail an hospizdienst.burgdorf@evlka.de . Die Teilnahme ist kostenlos.

Von Sandra Köhler

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