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Ramlinger wollen einen Weinberg anlegen

Burgdorf Ramlinger wollen einen Weinberg anlegen

In drei bis vier Jahren könnte der erste Landwein aus Rammlingen durstige Kehlen hinablaufen. Zwei Männer wollen nächstes Jahr im Dorf einen Weinberg anlegen. Biolandwirt Gerald Meller und sein Geschäftspartner Matthias Färber haben dafür inzwischen die Genehmigung des Bundeslandwirtschaftsministeriums in der Tasche.

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In drei Jahren könnte es den erste Ramlinger Biolandwein in Flaschen abgefüllt geben.

Quelle: Joachim Dege

Ramlingen. Einen sichtbaren Vorgeschmack auf das künftige Weinanbaugebiet bei Ramlingen gab es am Wochenende beim Erntefest. Wagenbauer hatten einen Erntewagen so authentisch ausstaffiert, dass er jedem Winzerfest in Weinhochburgen in Rheinhessen, an der Ahr und an der Mosel zur Ehre gereicht hätte.

Der Ramlinger Biolandwirt Gerald Meller (57) und sein im Nachbardorf Engensen wohnender Freund Matthias Färber (53) gehen gemeinsam auf die Jagd. Eines Tages kam das Gespräch auf eine weitere Leidenschaft, die beide Männer teilen: den Wein. Färber, heute in der Energiebranche tätig, ist von Haus aus Agraringenieur und ausgebildeter Winzer. So wusste er, dass die Europäische Union zum 31. Dezember 2015 den Anbaustopp für Wein aufgehoben und die Bundesrepublik Deutschland bis Ende März dieses Jahres Genehmigungen für neue Anbauflächen ausgeschrieben hatte.

Meller und Färber gaben im Januar einen Antrag ab. Im Juli lag die Antwort aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium vor: „Für das beantragte Flurstück .../... wird Ihnen eine Fläche zur Neupflanzung von Weinreben in einer Gesamtgröße von 0,3443 Hektar genehmigt.“

Seither schmieden Meller und Färber Pläne für die Erschließung des Weinberges. Sie recherchieren, woher sie Erntemaschinen und, wichtiger noch, die 2500 Rebstöcke herbekommen. Färber steht in Kontakt mit anderen Winzern und mit der Weinforschungsanstalt in Geisenheim. Denn der sandige Kartoffel- und Spargelboden bei Ramlingen verlangt pilzresitente Reben.

Welche Rebsorte genau es werden soll, ob Rotwein oder Weißwein gekeltert wird, sei noch nicht entschieden, sagt Färber: „Wir überlegen auch noch, ob wir keltern lassen oder das selber machen.“ Einen geeigneten Weinkeller auf dem Hof Meller gebe es.

Weil die Pflanzen erst veredelt werden müssen, müssen sie jetzt bestellt werden, damit sie nächstes Jahr gesetzt werden können: im Zeilenabstand von zwei Metern und mit einem Meter Platz von Rebstock zu Rebstock. Einschenkelig sollen die Rebstöcke geschnitten sein - ein Indiz dafür, dass Meller und Färber nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzen. Im dritten Anbaujahr könnten es 1500 Liter gekelterten Rebensaftes sein, im fünften Jahr dann schon 4000 Liter, rechnet sich Färber aus. Laut Meller hat ein Ehlershausener Weinliebhaber während des Erntefestes bereits die ersten sechs Flaschen verbindlich bestellt.

In das Weinanbau-Projekt investieren die Geschäftspartner, die dafür eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen wollen, nach eigenen Angaben 20 000 Euro. Das ist etwa ein Drittel der üblichen Kosten für einen Hektar Anbaufläche, sagt Färber. Aber nur deshalb so wenig, weil die Anlage des Weinberges „zu 100 Prozent in Eigenregie“ erfolgt. Später sollen sich die Kosten amortisieren über den Verkauf des Landweins im Hofladen Meller an der Grünen Allee. Dann seien auch Rebstock-Patenschaften von Weinliebhabern in der Region vorstellbar.

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Die drei vom Chateau Ramlingen: Winzer Matthias Fräber, Biolandwirt Gerald Meller und Ramlingens Erntefest-Weinkönigin Anastasia Neitzel.

Quelle: Joachim Dege
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