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Blume verzögert Großbauprojekt in Südstadt

Burgdorf Blume verzögert Großbauprojekt in Südstadt

Eine kleine Pflanze verzögert den Bau von Sozialwohnungen in der Südstadt. Erst wenn der Samen der Heidenelke geerntet ist, dürfen die Bodenarbeiten auf dem Grundstück an der Gerickestraße beginnen. Das hat zur Folge, dass der Bau der mehrgeschossigen Häuser vermutlich nicht vor 2017 starten kann.

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Die Heidenelke wächst auf trockenen und nährstoffarmen Böden, doch die gibt es immer weniger, sodass die Pflanze in ihrem Bestand gefährdet ist.

Quelle: Axel Jahn/Loki Schmidt Stiftung

Burgdorf. Die Samen der Heidenelke – sie blüht magentafarben und steht auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten – werden im August/September reif. Dann soll die rund 4400 Quadratmeter große Grünfläche gemäht und gedroschen werden – „zur Transplantation der Pflanzenstandortgemeinschaft auf die Ausgleichsfläche“ am Ende des Depenauerwegs, so steht es im Entwurf des Bebauungsplans.
Im Boden des 4400 Quadratmeter großen Grundstücks verbirgt sich zudem ein Gemisch aus Bauschutt und Hausmüll, das einen Bodenaustausch erforderlich macht. Bei Bodenuntersuchungen wurden Bruchstücke von asbesthaltigen Faserverbundplatten gefunden. Laut der Unteren Bodenschutzbehörde der Region Hannover gibt es jedoch keine Bedenken, den Bereich am Südrand der Stadt als Wohngebiet auszuweisen. Voraussichtlich müsse der Kernbereich der Verfüllungen gegen unbelasteten Boden ausgetauscht werden, ebenso wie alle Flächen, die für Nutzgärten und als Kinderspielflächen vorgesehen sind. Sowohl die Umsetzung der Heidenelke als auch den Bodenaustausch muss die Stadt bezahlen – vom erwarteten Verkaufspreis.

„Durch die Umsiedlung der Heidenelke und die Befreiung der Fläche von Altlasten gewinnen wir Zeit, die wir nutzen sollten, um zu schauen, ob wir mit dem geplanten Bauprojekt auf dem richtigen Weg sind“, sagte CDU-Ratsherr Klaus Köneke in der jüngsten Bauausschusssitzung. Geplant ist bislang, dass in die mehrgeschossigen Neubauten zunächst nur Asylbewerber einziehen. Nach Ansicht der CDU-Ratsfraktion sollten die preisgünstigen Wohnungen von Anfang an nicht nur mit Flüchtlingen belegt werden. Eine Durchmischung sei wichtig, erklärte Köneke.
Das Ziel der Stadtverwaltung sei nach wie vor, den Bebauungsplan schnell rechtskräftig zu machen, erwiderte die Leiterin der Stadtplanungsabteilung, Martina Behncke. „Noch vor der Sommerpause wollen wir so weit sein, dass auf dem Grundstück gebaut werden kann, sobald die Heidenelke umgesetzt ist und die Altlasten beseitigt sind.“

Bürgermeister Alfred Baxmann warb ebenfalls dafür, das Verfahren trotz der unerwarteten Verzögerung voranzutreiben. „Wir müssen Investoren suchen, und dafür brauchen wir zumindest die Konturen des Projekts.“ Er glaube zudem nicht, dass sich die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland verstetige. „Deshalb können wir die Akten nicht schließen.“

Dem Entwurf des Bebauungsplans Heidenelke stimmten sechs Ausschussmitglieder zu, die drei CDU-Ratsherren stimmten dagegen. Damit kann der Entwurf im Mai erneut öffentlich ausgelegt werden.

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Auf diesem Grundstück südlich der Gerickestraße, auf dem Mehrfamilienhäuser bebaut werden sollen, fühlt sich die gefährdeten Heidenelke wohl.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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