Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Das Ziel: eine Ausbildung zum Koch

Ramlingen Das Ziel: eine Ausbildung zum Koch

Seit Beginn dieses Monats schneidet Amiri Hesmuddin im Landgasthof Voltmer wieder Karotten klein, schält Kartoffeln, bereitet Fleisch zu und hackt Kräuter: Der 23-jährige Flüchtling aus Afghanistan absolviert bei Mark Köhne ein Langzeitpraktikum, an das sich eine Ausbildung als Koch anknüpfen soll.

Voriger Artikel
Mit wenigen Klicks zum Geschäft in der Stadt
Nächster Artikel
Feuerwehr will Heuer als Stadtbrandmeister

Amiri Hesmuddin absolviert bei Mark Köhne im Landgasthof Voltmer ein Langzeitpraktikum - im nächsten Jahr will er eine Ausbildung als Koch beginnen.

Quelle: Bismark

Ramlingen/Ehlershausen. Dass dies gelingen kann, verdankt Hesmuddin den Gisela Westendarp und Hermann Voltmer. Beide kümmern sich seit knapp einem Jahr ehrenamtlich um etwa zehn junge Männer, die in Ahrbeck untergebracht sind und jetzt ihre Zukunft planen. "Eigentlich wollte ich nach einem Aufruf nur Bettwäsche für die Flüchtlinge abgeben", sagt Westendarp. Daraus entwickelt habe sich in der Zwischenzeit ein freiwilliger Halbtagsjob, denn die Ehlershäuserin betreut Hesmuddin und die anderen Flüchtlinge beinahe täglich.

Denn kurz nach der ersten Begegnung übernahm Westendarp gemeinsam mit Brigitte Brauer einen Teil des Deutschunterrichts im Mehrgenerationenhaus. "Wenige Wochen später haben wir die Gruppe dann mal zum Pizza-Essen eingeladen und ihre Berufswünsche abgefragt", blickt Westendarp zurück. Schon damals habe sich Hesmuddin für das Kochen interessiert, weil er auf dem Gebiet schon einmal in seiner Heimat gearbeitet hatte. "Auch wenn sich die Aufgaben von denen hier unterschieden: Das Interesse ist vorhanden", sagt Westendarp.

Sie stellte den Kontakt her zu Mark Köhne vom Landgasthof Voltmer in Ramlingen, bei dem der 23-Jährige ein Einstiegspraktikum absolvieren konnte. Die Behördengänge übernahmen Westendarp und Hermann Voltmer: "Wir mussten uns überall durchfragen, haben aber meist sehr kooperative Mitarbeiter kennen gelernt", berichtet die Betreuerin nach Besuchen in der Arbeitsagentur, im Jobcenter und bei der Region Hannover.

Inzwischen hat sie für jeden Schützling einen Ordner und eine Art Laufkarte angelegt, auf der genau die Ansprechpartner vermerkt sind. Denn die Helfer haben den Ehrgeiz, für jeden Flüchtling einen Praktikumsplatz zu finden. "Vor allem in kleinen Betrieben, bei denen Handwerk gefragt ist", nennt Westendarp zwei Kriterien. Diese Einschätzung teilt auch Köhne, der Hesmuddin nach dem Einstieg- das Langzeitpraktikum angeboten hat.

Seine Beobachtung: Die Flüchtlinge beherrschen die deutsche Sprache noch nicht so gut, sie müssten deshalb ihre praktischen Fähigkeiten mehr nutzen. Und einen Punkt unterstreicht der Gastronom besonders: "Ich hätte nicht die Zeit, all die Papiere und Dokumente auszufüllen und bei den Behörden abzugeben." Ohne die ehrenamtliche Hilfe könnten kleine Betriebe wie seiner keine Flüchtlinge beschäftigen.

Köhne ermuntert andere Unternehmer, seinem Beispiel zu folgen. "Weil der Staat diese Beschäftigung auch finanziell fördert, ist die Fallhöhe gering", sagt er und lobt zugleich die Arbeitseinstellung seines Praktikanten: "Die ist richtig gut." In den nächsten Monaten will er mit Hesmuddin, der derzeit eine Duldung als Aufenthaltsstatus hat, die Tätigkeiten in einer Küche so üben, dass der 23-Jährige im nächsten Jahr eine Ausbildung als Koch aufnehmen kann. Westendarp und ihre Mitstreiter indes lehren weiter die deutsche Sprache.

Unternehmen, die den jungen Männern ein Praktikum anbieten möchten, können sich per E-Mail an giwiwe@online.de an Gisela Westendarp wenden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sothgvvh9ty8176hn4
Mister Christbaum denkt an Abschied

Fotostrecke Burgdorf: Mister Christbaum denkt an Abschied