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Bürgerbeteiligung für Windenergie läuft an

Burgdorf Bürgerbeteiligung für Windenergie läuft an

Wo sollen die neuen Windräder hinkommen? Und was bedeutet das für die Anwohner? Um diese und andere Fragen ging es jetzt bei einer Informationsveranstaltung über Windenergie.

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Bauamtsleiter Robert Lehmann (am Mikrofon) und Martina Behncke, Leiterin der Stadtplanungsabteilung, eröffnen die Bürgerversammlung im Stadthaus.

Quelle: sandra köhler

Burgdorf. Der Abend war offizieller Start der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit zur Änderung des Flächennutzungsplans. „Unser Ziel ist es, Transparenz herzustellen“, sagte Bauamtsleiter Robert Lehmann am Montagabend. Er übernahm gemeinsam mit der Leiterin der Stadtplanungsabteilung, Martina Behncke, die Moderation. Rund 100 Besucher, darunter viele Politiker aus Rat und Ortsräten, kamen ins Veranstaltungszentrum Stadthaus, um sich über den aktuellen Stand zur Ausweisung von Potenzialflächen für Windenergieanlagen - insgesamt 244 Hektar im Stadtgebiet - zu informieren. Auch die Bürgerinitiative Burgdorf Ost, die sich gegen Windräder im Naherholungsgebiet am Rande Hülptingsens wendet, legte ihre Sicht der Dinge dar.

Nach einer kurzen Darstellung des aktuellen Planungsstands, der auch am vergangenen Donnerstag im Bauausschuss vorgestellt worden war, konnten die Bürger an den Ständen von sieben Windanlagenprojektierern Fragen stellen und Bedenken äußern. Hans-Dieter Kremer aus Dachtmissen etwa suchte gezielt das Gespräch mit Julian Helmich von der Gesellschaft Ackerstrom, die ortsansässige Landwirte für die Entwicklung eines Windparks in Dachtmissen gegründet haben. „Wir haben in der Nähe Eigentum und befürchten jetzt, das die Windräder Einfluss auf unsere Gesundheit und den Wert unseres Hauses haben“, sagte er.

Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Schattenwurf und sogenannte Befeuerung (die roten Blinklichter), durch Rotorenlärm und andere Gesundheitsrisiken, dazu die Frage nach den Abständen: Diese Bedenken treiben die meisten Betroffenen um. „Jetzt ist der Zeitpunkt, die Chance zu nutzen, wenn sie etwas bewegen wollen“: Bürger können ihre Stellungnahmen zur Windenergie bis Montag, 28. September, per E-Mail an stadtpla nung@burgdorf.de sowie schriftlich an die Stadtplanungsabteilung, Vor dem Hannoverschen Tore 27, 31300 Burgdorf, schicken.

Auch die Region nimmt zum Regionalen Raumordnungsprogramm 2015 noch Stellungnahmen Betroffener entgegen. Diese müssen bis zum 4. November per E-Mail an regionalplanung@region-hannover.de oder schriftlich an das Team Regionalplanung, Höltystraße 17, 30171 Hannover, eingegangen sein.

Kommentar: Bürger haben noch Fragen

An zwei Punkten krankte die von der Verwaltung organisierte Veranstaltung, mit der die Stadt offensiv und frühzeitig über Windenergiepläne informieren wollte. Zum einen geriet die Darstellung der planerischen Fakten mit den potenziellen Projektierern leider zu kurz, um wirklich einen Ein- und Überblick vermitteln zu können. Zum anderen traute sich nicht jeder Zuhörer, der angesichts der gen Himmel wachsenden Windkraftanlagen ein flaues Gefühl im Magen bekommt, die von der Stadt geladenen hochkarätigen Fachleute anzusprechen. Vielen Interessierten fehlte ein Abschlussplenum, das Raum für grundsätzliche Fragen geboten hätte. Damit wäre der Nutzwert der Veranstaltung für Windkraftneueinsteiger deutlich gestiegen – so aber blieben viele Fragen offen.

Von Sandra Köhler

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