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215 Züge rauschen an einem Tag durch Otze

Burgdorf/Lehrte 215 Züge rauschen an einem Tag durch Otze

Statt 100 Güterzügen – wie von der Bahn AG angegeben – sind auf der Bahnstrecke durch Ehlershausen, Otze, Burgdorf, Aligse und Lehrte täglich 139 Güterzüge unterwegs – hinzukommen 76 S-Bahnen. Das ist das Ergebnis einer 24-stündigen Zählaktion der Bürgeriniative Otze Schiene (Bios) am Mittwoch.

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BIOS-Mitglied Jens Dettbarn misst die Lärmbelastung, die von einem Güterzug ausgeht, der über den Otzer Bahnübergang rattert.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Otze. „Wir wollen uns nicht nur auf die Prognose der Experten verlassen, sondern eigene Zahlen haben“, nannte Bios-Sprecher Manfred Kuchenbecker den Grund für die ungewöhnliche Zählaktion, zu der auch Uwe Rösner von der Steinwedeler Initiative gekommen war. Die Skepsis der Bürgerinitiative gegenüber den Zahlen der Bahn hat sich als berechtigt erwiesen. 39 Prozent mehr Güterzüge ratterten mit einem Lärmpegel von 98 bis 103 Dezibel über die Schienen.

„Das Ergebnis überrascht mich nicht. Wir haben eine Differenz zwischen Bahnangaben und Realität erwartet“, sagt Kuchenbecker, „Schließlich leben wir Otzer am Bahndamm.“

35 Bios-Mitglieder haben am Mittwoch von 0 bis 24 Uhr den Schienenverkehr gezählt und gleichzeitig den Lärmpegel von jedem einzelnen Zug gemessen. Die ersten Zähler in der Nacht waren Peter Dang und Axel Berndt, der Ideengeber für die Aktion.

In etwa 50 Meter Entfernung zum Bahnübergang hatten sich die Bios-Mitglieder in einem zugigen Partyzelt eingerichtet. „In den ersten zwei Stunden haben wir eine S-Bahn und fünf Güterzüge gezählt“, berichtete Berndt, der auch die letzte Schicht übernahm. Doch ab 4 bis etwa 22 Uhr rauschte ein Zug nach dem anderen durch. Selbst die
S-Bahnen brachten es noch auf einen Lärmpegel zwischen 80 und 84 Dezibel. In zehn Meter Entfernung zum Bahnübergang konnte man sein eigenes Wort kaum verstehen.

Die Prognose der Bahn geht davon aus, dass sich die Zahl der Güterzüge innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre verdoppelt. Doch so lange wolle man auf den verbesserten Lärmschutz im Zuge der Alpha-E-Trasse nicht warten, sagte Kuchenbecker: „Schon jetzt ist die Situation sehr belastend.“
Bürgermeister Alfred Baxmann, der während der Zählaktion vorbeischaute, lobte die Otzer: „Das Schöne ist, dass Sie mit Ihrem Engagement die Interessen alle Bürger der Stadt wahrnehmen.“

Für die 215 Züge, die den Bahnübergang Otze an einem Tag passierten, waren die Schranken insgesamt fünf Stunden und 20 Minuten geschlossen. „Wie soll das erst werden, wenn doppelt so viele Züge fahren“, fragte Kuchenbecker.

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Fotostrecke Burgdorf: 215 Züge rauschen an einem Tag durch Otze

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