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Berufsschüler lernen von der Natur

Burgdorf Berufsschüler lernen von der Natur

Die BBS Burgdorf als größte Berufsbildende Schule der Region Hannover ist einmal mehr Vorreiter: Gemeinsam mit der Forschungsgemeinschaft BIOKON bringt sie das Thema Bionik an die Schule. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt mit 324.000 Euro.

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Die BBS-Schüler Tessa Strzalla (2. von links), Pia Leer, Lehrerin Kerstin Kuhlmann und Tim Schlüte erklären dem Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch, wie sich die Struktur von Fischschuppen in der Technik nutzen lässt.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. "Systemisch denken - für neue Kompetenzen in der Berufsausbildung zur Entwicklung nachhaltiger Gebrauchsgüter nach bionischen Vorbildern" ist das Projekt ziemlich trocken überschrieben. Der Gedanke dahinter ist indes faszinierend, ökologisch korrekt und auch noch profitabel: Was die Natur in Jahrmillionen der Evolution geschaffen hat, kann sich der Mensch für seine Technik zunutze machen. Wenn er denn genau hinschaut.

"Der Hai ist der schnellste Unterwasserjäger der Welt. Sein Trick: Auf der Haut kann sich nichts ansiedeln, wie beispielsweise bei Walen. Das liegt an der Struktur aus beweglichen Schuppen mit Längsrillen, an der sich der Bewegung wegen nichts festsetzen kann", gab BIOKON-Geschäftsführer Rainer Erb ein praktisches Beispiel: "Eine solche künstliche Haihaut gibt es zu kaufen. Damit kann man Boote anstreichen und rund 30 Prozent Treibstoff sparen. Wenn man das bei Containerschiffen anwendet, geht es um gewaltige Ressourcen."

Interesse und Faszination für solche Innovationen nicht erst an der Universität, sondern bereits in der Berufsschule zu wecken: Das ist das Ziel der Kooperation. "Unsere Ressource in Deutschland ist der Grips in den Köpfen der Jugendlichen", sagte Erb. Um den noch besser nutzbar zu machen, sollen gemeinsam Unterrichtsmaterialien, Konzepte für Projektwochen und Lehrerfortbildungen entwickelt werden, von denen später auch andere Schulen profitieren.

 Aus der Praxis für die Praxis ist dabei das Motto: Die Projektwoche, die die Beruflichen Gymnasien Wirtschaft und Technik im Januar 2017 planen, bereiten Schüler gemeinsam mit einem Lehrer-Bionik-Team vor. Eine interaktive Ausstellung zum Thema soll es passend zu den Anmeldeterminen an der BBS im Februar geben, kündigte  BBS-Leiter Gerhard Klaus an.

Ein guter Grund für die Beteiligung gerade seiner Schule: "Die meisten Studenten der Ingenieurswissenschaften in Hannover kommen von uns." Schnittstelle zwischen seiner Lehranstalt und BIOKON ist Lehrerin Kerstin Kuhlmann. Die hat sich während des Studiums nicht nur der Verbindung von BBS und Bionik angenommen, sondern auch eine halbe Stelle bei der Forschungsgemeinschaft.

Sensibilisieren für Nachhaltigkeit und die Schonung von Ressourcen, Bildung vermitteln und bleibende Werte für die Gesellschaft schaffen: Das überzeugte die DBU so sehr, dass sie das Projekt mit 324.000 Euro fördert. Die gleiche Summe investiert BIOKON selbst. Die BBS stellt Räume, Personal und Material zur Verfügung.

Bionik: Die Natur ist das Vorbild für die Technologi e

Lösungen aus der Natur auf die Technik übertragen: Das ist das Ziel der Bionik. Diese (zusammengesetzt  aus den Wörtern "Biologie" und "Technik") ist eine sogenannte interdisziplinäre Wissenschaft. Das heißt, Experten aus verschiedenen Fachbereichen wie Biologie, Physik, Technik, Ingenieurwesen und Materialwissenschaft arbeiten zusammen.

BIOKON ist ein Verein und Kompetenznetz mit Sitz in Berlin. Unter diesem Dach arbeiten deutschlandweit Wissenschaftler und Forschungsfirmen eng zusammen. Zwischen drei Monaten und mehreren Jahren dauere es, bis eine Idee in der Praxis umgesetzt werden könne, sagt BIOKON-Geschäftsführer Dr. Rainer Erb: "Wenn ein besonders geeignetes Material für ein Flugzeug beispielsweise noch nicht auf der Liste der zugelassenen Werkstoffe steht, muss es erst ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Und das kann dauern."

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Das Bionik-Pilotprojekt kann beginnen: DBU-Geschäftsführer Thomas Piyel (von links), BBS-Schulleiter Gerhard Klaus, Bundestagsabgeordneter Matthias Miersch und Rainer Erb, Geschäftsführer der BIOKON, bei der Übergabe des Bewilligungsschreibens zur Förderung des Projekts.

Quelle: Sandra Köhler

Von Sandra Köhler

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