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„Hier Amt, was beliebt?“

Burgdorf „Hier Amt, was beliebt?“

Wir stellen kleine Details der Burgdorfer Stadtgeschichte vor. Zusammengetragen hat sie das Hobbyhistorikerteam Dieter Heun und Heidi Rust. Diesmal berichten sie über die ersten Telefone in der Stadt.

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Im Haus von Heinrich Becker am Kirchplatz 9 – erkennbar an der Uhr – wurden die ersten Telefone installiert.

Quelle: privat

Burgdorf. Die Geschichte des Telefons in unserer Stadt ist eng verbunden mit dem Namen Heinrich Becker. Geboren in Burgdorf im Jahre 1851 verfolgte er als junger Mann alle technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit sehr aufmerksam. Als gelernter Uhrenmacher übernahm er das Uhrengeschäft im Hause Rosenberg an der Kirchstraße 9 (heute Spittaplatz 9, Dittmann). Als im Dezember 1883 das Burgdorfer Wochenblatt über die Erfindung des Telefons berichtete, nahm Becker dies zum Anlass, die ersten Telefonapparate in seinem Laden und in seiner Wohnung aufzustellen. So konnte er von seinem Geschäft aus mit der Familie sprechen.

Zur Förderung des Fernsprechverkehrs stellte die Reichspost- und Telegraphenverwaltung in Aussicht, auf ihre Kosten „für jeden Theilnehmer eine Telegraphenleitung anzulegen, welche die in der Wohnung oder dem Geschäftslokal zu errichtende Fernsprechstelle mit dem Vermittlungsamt verbindet.“ Im April 1899 ergriff Becker die Initiative: Er schrieb an die Kaiserliche Oberpostdirektion in Hannover und nannte zwölf Burgdorfer, die ein Telefon wünschten. Das war damals die Mindestzahl, um ein Fernsprechamt einzurichten. Becker hatte Erfolg. Im September 1899 verlegte die Post die ersten Telefonleitungen innerhalb Burgdorfs. Schon am 28. November 1899 vermittelte das „Fräulein vom Amt“ im Kaiserlichen Postamt in der Marktstraße die ersten Gespräche. Sie meldete sich bei Anruf mit den Worten: „Hier Amt, was beliebt?“ Die erste Rufnummer, die Nummer 5, erhielt die Spar- und Darlehnskasse Burgdorf.

1926 führte die Reichspost in Burgdorf den ununterbrochenen Fernsprechdienst ein, sodass zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie an Sonn- und Feiertagen telefoniert werden konnte.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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