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Jedes Buch ist eine Debatte

Burgdorf Jedes Buch ist eine Debatte

Längst etabliert hat sich der Lesekreis im Mehrgenerationenhaus - auch wenn sich die Runde aus Literaturfreunden erst seit diesem Jahr trifft. Missen möchte keiner der Teilnehmer mehr die Bücher und vor allem die Debatte darüber.

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Einmal im Monat treffen sich Burgdorfer, um gemeinsam über ein Buch zu sprechen - am Mittwochvormittag ging es um „Beim Häuten der Zwiebel“ von Günter Grass.

Quelle: Antje Bismark

Burgdorf. „Am Anfang“, sagt Karen Lüders, „stand eine Abfrage des Seniorenrates, welche Angebote die Burgdorfer vermissen.“ Dazu gehörte auch ein Lesekreis, bei dem jeweils ein ausgewähltes Buch in der Runde besprochen wird. Lüders stellte den Kontakt her zu Ute Coviello, die seit 15 Jahren einen privaten Lesekreis und seit geraumer Zeit einen öffentlichen in Lehrte betreut. Coviello übernahm auch die Burgdorfer Literaturfreunde - sehr zur Freude der Teilnehmer, die sich seit Jahresbeginn an jedem letzten Mittwoch im Monat treffen.

„Wir suchen bei unserem Treffen immer ein Buch aus, das wir bis zum nächsten Mal lesen“, beschreibt Lüders den Ablauf. Pünktlich um 10 Uhr beginnt dann die Diskussion über das Gelesene. „Durchaus kontrovers und lebhaft“, so beschreibt Coviello die Debatten. Beim Buch „Anna, die Schule und der liebe Gott“ von Richard David Precht hätten die Positionen sehr weit auseinander gelegen, sagt sie. Genau in dem Gedankenaustausch aber liegt für die Teilnehmer ein Reiz: „Außerdem entwickeln sich die Gespräche mitunter weit über das Buch hinaus, weil jeder ja auch seine eigenen Lebenserfahrungen einbringt“, hat Coviello beobachtet.

Beim gestern besprochenen Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ von Günter Grass war das nicht anders. „Grass geht darin auf seine anderen Bücher ein“, sagt Lüders, für sie und Barbara Barclay-Steuart durchaus ein Grund, im heimischen Bücherregal noch einmal nach anderen Grass-Werken zu suchen und diese zu lesen. Erika Büchse nutzt den Kreis zum gezielten Lesen: „Ich habe sehr viel zu tun, da kommen Bücher manchmal zu kurz“, sagt sie und fügt hinzu, für die Runde lese sie jetzt die Werke immer durch - mit zunehmender Freude.

  • Im August legt der Lesekreis eine Sommerpause ein. Die Teilnehmer treffen sich wieder am Mittwoch, 30. September, von 10 bis 12 Uhr im Mehrgenerationenhaus am Fröbelweg. Dann geht es um das Buch „Drachenläufer“ des afghanisch-amerikanischen Autors Khaled Hosseini. Neueinsteiger sind willkommen.

Lesetipps der Teilnehmerinnen:

Currywurst im Buchformat

Eine Ausstellung in Wolfsburg hat dafür gesorgt, dass Karen Lüders die Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm gekauft und schnell gelesen hat. Die Geschichte reicht zurück in die Nachkriegszeit und lässt die Frage offen, ob die Currywurst in Berlin erfunden wurde.

Traumata wirken nach

Das Buch „Die vergessene Generation“ von Sabine Bode zeigt nach Aussage von Karin Schulze auf, welche Traumata die Menschen im und nach dem Zweiten Weltkrieg erlitten haben – und wie sich das auf Kinder und Enkelkinder auswirken kann. „Das ist sehr interessant“, sagt sie.

Leben eines Waldarbeiters

Sehr ergreifend findet Barbara Barclay-Steuart das Buch „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler. Der Autor beschreibt ihrer Einschätzung nach sehr gut die Lebensgeschichte eines österreichischen Waldarbeiters – deshalb soll das Buch zur Lektüre im Lesekreis werden, findet sie.

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Von Redakteur Antje Bismark

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