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Klassenbeste beginnt Ausbildung

Burgdorf Klassenbeste beginnt Ausbildung

Jungen Flüchtlinge eine Ausbildung zu ermöglichen - dies gehört zu den Zielen des Mehrgenerationenhauses. Dessen Aktive können jetzt einen Erfolg verbuchen.

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Dajana Beqja (17) beginnt bei Jutta Nieberg (stehend von links) eine Ausbildung, bei deren Organisation Bettina Ebeling und Ursula Wieker maßgeblich mitgewirkt haben.

Quelle: Antje Bismark

Burgdorf. Wer seit Anfang des Monats den Salon von Jutta Nieberg an der Heiligenbeiler Straße betritt, erhält ein freundliches Lächeln von Dajana Beqja. Die 17-Jährige erlernt dort seit Monatsbeginn den Handwerksberuf der Friseurin. Das klingt nach Normalität, doch Dajanas Start in die Ausbildung zählt noch immer zu den Ausnahmen. Die junge Frau aus Albanien floh mit ihrer Mutter und zwei jüngeren Schwestern nach Deutschland.

Seit November lebt das Quartett in Burgdorf, und mit dem ersten Besuch im Mehrgenerationenhaus (BMGH) beginnt die Geschichte, die jetzt mit dem Kapitel Ausbildung fortgesetzt wird. Dajana suchte mit ihrer Familie die Einrichtung an der Wallgartenstraße auf, um einen Deutschkursus besuchen zu können. Dort begegnete ihnen Bettina Ebeling, eine pensionierte Lehrerin mit Ambitionen, den Flüchtlingen ehrenamtlich zu helfen.

„Wir haben uns gesehen und vom ersten Moment an gemocht“, sagt Ebeling. Sie unterrichtete Dajana und ihre Schwester Leonora nicht nur im Kurs, sondern auch in Sonderschichten. Mit Erfolg. Leonora lernt jetzt am Gymnasium. Dajana wechselte im Frühjahr an die Berufsschule mit dem klaren Ziel, Friseurin zu werden. Als Klassenbeste verließ sie die Berufsschule - und mit einem Ausbildungsvertrag.

Denn im Frühjahr hatte sie auf Vermittlung Ebelings in einem dreiwöchigen Praktikum bei Jutta Nieberg gearbeitet, die seit fast 20 Jahren ausbildet. „Ich sehe also gleich, wenn Talent und Wollen zusammenpassen“, sagt die Unternehmerin. Sie habe sich auf die neue Mitarbeiterin gefreut und für die Ausländerbehörde dies auch schriftlich dokumentiert.

„Wir mussten aber dennoch kämpfen“, sagt BMGH-Koordinatorin Ursula Wieker. Sie berichtet von etlichen Telefonaten, bis das Amt zustimmte und eine einjährige Aufenthaltserlaubnis ausstellte. „Dass es so kompliziert werden könnte, habe ich nicht geahnt“, sagt Nieberg und wünscht sich, dass der Ausbildungs- und der Arbeitsmarkt für Fachkräfte geöffnet wird. „Gerade das Handwerk sucht doch dringend den Nachwuchs.“

Noch hat Dajana neben Ausbildung und Deutschunterricht nicht viel Freizeit gehabt. Im September will sie sich mit ihrer Schwester beim Fußball anmelden. Dass sie bei der Ankunft kein Wort Deutsch sprach, merken die Kunden heute nicht mehr. Der Sport soll nicht nur die Sprache verbessern, sondern den jungen Frauen auch Kontakte zu Gleichaltrigen bringen.

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