Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Klimaschutz rückt in weite Ferne

Burgdorf Klimaschutz rückt in weite Ferne

Burgdorf dürfte große Probleme bekommen, seine selbst gesteckten Klimaschutz-Ziele zu erreichen: Die weitaus meisten städtischen Gebäude halten die zulässigen Grenzwerte der Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht ein.

Voriger Artikel
Sieben Firmen wollen Windräder bauen
Nächster Artikel
Stadt sucht dringend Platz für Flüchtlinge

Die Heizung im Rathaus II ist in die Jahre gekommen.

Quelle: Antje Bismark

Burgdorf. Effiziente Verbesserungen würden jedoch viel Geld kosten. Das geht aus einer Untersuchung der Stadtverwaltung hervor. Die Stadt hat ihre sämtlichen Gebäude auf den Verbrauch von Gas und Strom untersucht und kommt zu einem unerfreulichen Ergebnis: Selbst die Werte der alten EnEV von 2009 werden noch nicht einmal von der Hälfte der Bauten eingehalten. Beim Stromverbrauch schaffen das immerhin noch 56 Prozent, beim Wärmebedarf jedoch nur noch ein gutes Viertel. Dabei stechen die Schulen besonders negativ hervor. Akzeptabel ist der Wärmebedarf lediglich in den Friedhofskapellen. Beim Stromverbrauch schneiden auch die Feuerwehrhäuser vergleichsweise gut ab.

Für die Stadt liegen die Ursachen vor allem im Zustand der Gebäude, der „sowohl aus dem Alter der Gebäude als auch aus der finanziellen Lage der Stadt Burgdorf resultiert“, wie es in der Untersuchung heißt. Zur Unterstützung dieser These wird auf die „starke Korrelation zwischen Witterung und Wärmeverbräuchen“ hingewiesen. Das lasse „einen unzureichenden Wärmeschutz der Gebäudehüllen erkennen“.

Als kurzfristige (und kostengünstige) Maßnahmen schlägt die Verwaltung unter anderem Schulungen der Mitarbeiter durch den städtischen Klimaschutzmanager in den einzelnen Einrichtungen vor, um „eine Änderung des Nutzerverhaltens“ zu erreichen. Damit ließen sich Einsparungen von 10 bis 20 Prozent erzielen, glaubt man im Rathaus.

Darüber hinaus werden eine ganze Reihe von Maßnahmen angeführt, für die Investitionen erforderlich wären. Die Palette reicht dabei von abschaltbaren Steckdosenleisten über die Dämmung von Rohrleitungen bis zur Installation neuer Heizungsstränge.

Langfristig sei jedoch eine grundlegende Renovierung inklusive energetischer Sanierung „einer Vielzahl der städtischen Liegenschaften unumgänglich“, heißt es in der Expertise. Dazu zählen der Austausch von Fenstern und Türen ebenso wie die Dämmung von Fassaden und Dächern. Wo mehrere Großverbraucher nahe beisammen sind, solle auch der Einsatz von Blockheizkraftwerken geprüft werden, regt die Verwaltung an.

In den nächsten Monaten werden sich die einzelnen Fachausschüsse des Rates mit der Untersuchung und ihren Schlussfolgerungen befassen.

Von Thomas Böger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6so7fv8r5kz1bl6pg11s
St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen

Fotostrecke Burgdorf: St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen