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Teurer Kampf vor Gericht gegen Schimmel

Burgdorf Teurer Kampf vor Gericht gegen Schimmel

Wie viel und welche Sanierung für welches Haus? Über diese Frage streiten 79 Wohnungseigentümer seit Monaten - nun trafen sie sich vor dem Amtsgericht.

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Amtsrichter Andreas Henze bezweifelt, dass die Verwaltung die Eigentümer umfassend informiert hat.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Den Eigentümern gehören Wohnungen in vier Häusern in Burgdorf. In einigen Wohnräumen gibt es seit Jahren einen massiven, bei anderen einen leichten und bei etlichen gar keinen Schimmelbefall. Vor einem Jahr fassten die Eigentümer den Grundsatzbeschluss, die Häuser zu sanieren. Daraufhin erstellte der Verwalter, ein hannoversches Unternehmen, ein Sanierungskonzept mit einem Finanzvolumen von 2,2 Millionen Euro. Darüber informierte der Verwalter die Eigentümer im Dezember in einer weiteren Sitzung - doch die Burgdorfer wollten die Sanierungen in diesem Umfang nicht mittragen.

Ein Eigentümer klagte daraufhin gegen diese Entscheidung, seitdem herrscht Unfrieden zwischen ihm und den 78 anderen. Etwa die Hälfte von ihnen traf sich nun zur Verhandlung bei Amtsrichter Andreas Henze. Bei einer Abfrage unter den Eigentümern zeigte sich: In einigen Wohnungen tritt Schimmel immer wieder auf, den die Bewohner selbst bekämpfen. Ob Baumängel oder unzureichendes Lüften dafür verantwortlich seien, habe indes niemand geprüft, sagte ein Anwalt, dessen Mandanten sich gegen die Komplettsanierung wehren. Geprüft habe die Verwaltung auch nicht, ob nicht eine Teilsanierung reiche - also ein neues Dach, neue Fenster oder eine Wärmedämmung für die Außenwände. Der Anwalt des Klägers argumentierte: „Es ist deutlich wirtschaftlicher, die gesamte Liegenschaft zeitgleich zu sanieren.“ Hinzu komme, dass eine Isolierung der Wand auch dazu führe, dass das Dach angefasst werden müsse. Deshalb gebe es nun den Vorschlag der Komplettsanierung.

Richter Henze indes bezweifelte, dass die Verwaltung die Eigentümer vor der Dezember-Versammlung umfassend informiert habe. Es reiche nicht, ein Konzept mit Kosten mit der Einladung zu verschicken. „Die Teilnehmer hatten damit nicht die Chance, sich richtig vorzubereiten“, sagte Henze. Dazu fehle auch eine Übersicht über die Informationen, um die Konzepte abwägen zu können. „Es reicht nicht, das Ergebnis darzustellen.“ Allerdings, so der Richter, sei er kein Bausachverständiger und könne deshalb auch nicht beurteilen, welche Sanierung in welchem Umfang notwendig sei.

Einen solchen Fachmann sollten die Eigentümer beauftragen, sagte die Anwältin der 78 Eigentümer. Sie wolle sich mit dem Vertreter der Hausverwaltung darüber noch einmal verständigen. Zeit für diese Gespräche bleibt ihnen bis zum 8. September. Dann verkündet Amtsrichter Henze seine Entscheidung.

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