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Verein reist nach Heiligenbeil

Burgdorf Verein reist nach Heiligenbeil

Seit 60 Jahren wirkt die Kreisgemeinschaft Heiligenbeil von Burgdorf aus - für die Mitglieder ein Grund, auf die vergangenen Jahre und ihre Hilfe im ehemaligen Ostpreußen zurückzublicken.

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Ilse Thomann und Christian Perbandt erinnern sich an Hilfstransporte für Ostpreußen. 

Quelle: Bismark

Burgdorf. Dabei richteten die gut 160 Gäste des jüngsten Treffens den Blick vor allem auf die vergangenen 25 Jahre, die gleich aus zwei Gründen bemerkenswert waren. „Es fiel ja die Mauer, und viele DDR-Bürger, die bis dahin als Vertriebene schweigen mussten, nahmen im Jahr 1990 Kontakt zu uns auf“, sagt der Vorsitzende Christian Perbandt. Der Wunsch, Menschen aus dem Kreis Heiligenbeil zu treffen sei sehr stark ausgeprägt gewesen. „Für einige Treffen mussten wir sogar ein Zelt auf dem Schützenplatz aufstellen“, sagt Ilse Thomann, seit Jahrzehnten in der Kreisgemeinschaft aktives Mitglied. Seinerzeit besuchten bis zu 1600 ehemalige Bewohner und ihre Familien die Treffen. „Inzwischen müssen viele aus Krankheitsgründen absagen“, weiß Thomann aus Gesprächen. Die Kontakte aber hielten bis heute, ein Vierteljahrhundert lang.

Kaum hatten die Menschen aus der DDR die Verbindung nach Burgdorf aufgenommen, hob die russische Regierung das Sperrgebiet für Königsberg auf. „Im Jahr 1991 konnten wir das erste Mal auch in den russischen Teil unseres Kreises fahren“, sagt Thomann und fügt hinzu, den polnischen Bereich hätten die Mitglieder zuvor schon besucht. Sie erinnert sich an das erste Erschrecken, als sie die Orte sahen: „Als ob der Krieg gerade geendet hat.“ Und: „Die Menschen waren arm und bedürftig.“ Für die Reisenden sei klar gewesen, dass die Menschen dringend Hilfe benötigten: „Kinderkleidung, Wäsche fürs Krankenhaus, Medikamente - wir haben alles dorthin gebracht“, sagt Thomann. Perbandt ergänzt, dass sich Mitglieder bis heute engagieren: „Wolfgang Mielewski unterstützt noch immer die Schule in Bladiau.“ Wenn etwas repariert werden müsse oder benötigt werde, helfe er. Über die Kreisgemeinschaft habe sich zudem für einige Jahre eine Schulpartnerschaft zwischen Burgdorf und Lichtenberg entwickelt.

Entwickelt vor Jahren und seitdem einen festen Bestand haben Freundschaften zu den Menschen im russischen und polnischen Gebiet. „Deshalb planen wir für das nächste Jahr auch wieder eine Reise, um Älteren die Fahrt noch einmal zu ermöglichen“, kündigt Perbandt an und beschreibt das Miteinander als Geben und Nehmen - vor allem bei der Gastfreundschaft.

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