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Auf der Schmalspur durch Garten und Garage

Burgdorf Auf der Schmalspur durch Garten und Garage

Wenn einer sein Hobby ernst nimmt, so ist es Wolfgang Wildner (63). Der Rentner aus der Theodor Storm Straße in der Südstadt baut seit 27 Jahren an seiner Schmalspurbahn. Diese nimmt weite Teile seines Gartens, das gemauerte Gartenhäuschen, den gesamten Vorgarten und Teile der Garage ein.

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Wolfgang Wildner hat den Garten hinter seinem Haus an der Theodor-Storm-Straße in Burgdorfs Südstadt in einen Modellbahn-Park umgestaltet. Dort verbringt er fast jede freie Minute.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. In Wildners Garten hört alles auf den Namen LGB. Die drei Buchstaben stehen für Lehmann Gartenbahn, die meistverkaufte Gartenbahn für drinnen und draußen. Der Modellbahnhersteller aus Brandenburg ist als eigenständiges Familienunternehmen längst Geschichte, nurmehr eine Produktlinie von Branchenprimus Merklin. Doch haftet LGB ein Kultstatus an.

Nicht nur bei Modellbahnliebhabern wie Wolfgang Wildner, der seinen Garten zugepflastert hat mit 240 Meter Gleisen der legendären Schmalspurbahn, mit einer üppigen Bahnhofsanlage, einem Kirchenbau, einer Seil- und sogar einer Zahnradbahn. Der Hingucker freilich steht im Vorgarten: ein Nachbau von Schloss Neuschwanstein, in dessen Schatten die Modellbahn fährt. Immer wieder sonntags bleiben dann Spaziergänger vor dem Haus Nummer 14 stehen und staunen.

Im Garten ist auf einer kleinen, nicht verbauten Rasenfläse gerade soviel Platz, dass dort noch ein Tisch und vier Gartenstühle stehen können. Nur für den den Fall, dass die Familie des Rentners einmal im Freien Kaffee trinken will. Ansonsten gehört der Garten Wildners Modellbahn im Maßstab 1:22,5. "Meine Frau ist zuständig fürs Haus. Ich für den Garten", sagt Wildner, der auf seiner Anlage bis zu vier Züge gleichzeitig fahren lässt: "Das ist mein Hobby."

Mit einer Playmobil-Bahn fing 1982 alles an. Damals noch in einer Wohnung. Als Wildner dann 1989 das Haus an der Theodor-Storm-Straße erwarb, blühte das Hobby des gelernten Fernsehtechnikers erst richtig auf. Heute, 27 Jahre später, hat er nach eigenen Angaben weit mehr als 100.000 Euro in seine Modellbahn investiert. Und ungezählte Stunden, in denen er an seiner Anlage herumbastelt, Loks und Wagen repariert, Gleise und Elektroteile verlötet, Landschaften und Gebäude entwirft, die Pflanzen im Garten in Schach hält, den Kampf mit Vögeln und Ameisen aufnimmt und bisweilen gegrillte Nacktschnecken von den stromleitenden Gleisen entfernt. Dabei ist Wildner sein eigener Streckenwärter, Schienenreiniger, Landschaftsgärner, Maler, Zimmermann, Elektroniker und Architekt.

Wildner besitzt 25 Lokomotiven und 150 Anhängerwagen. Die wenigsen sind in Aktion. Was gerade nicht auf dem Gleis steht und fährt, lagert in einem der Regale im gemauerten Gartenhaus, das die Werkstatt und die Schaltzentrale der Modellbahnanlage beherbergt. Manchmal verkauft Wildner, der im regen Austausch mit anderen Modellbauern steht, Teile seiner Sammlung, bei der er mit zunehmendem Alter zunehmend auf das Besondere anstelle von Masse setzt.

Die Schinen aus Messing sind trittfest. In der Garage kann Wildner sogar mit dem Auto darüber fahren. Die digitale Steuerung hat er nach eigenen Vorstellungen weiterentwickelt und um einen Lokdecoder und eine Kehrschleifenautomatik ergänzt. Dabei kommt ihm sein früherer Beruf zugute. Das Wissen um Elektronik schätzen auch Modellbau-Kollegen. Einem in Spanien lebenden Deutschen arbeitet Wildner bisweilen zu. Dafür darf er in dessen Haus urlauben.

"Das Basteln ist das eigentlich Interessante", sagt Wildner. Die Loks und Wagen über die Anlage fahren zu lassen, sei ihm eher Nebensache. Die meiste Zeit fresse ohnedies die Pflege der Anlage: "Ja, so kann man sich beschäftigen."

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Fotostrecke Burgdorf: Auf der Schmalspur durch Garten und Garage

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Von Redakteur Joachim Dege

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