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Burgdorf verleiht Flüchtlingskrise größere Priorität

Burgdorf Burgdorf verleiht Flüchtlingskrise größere Priorität

Die Flüchtlingskrise hat die Stadtverwaltung fest im Griff. Angesichts der Herausforderung, schnell ausreichend Unterkünfte schaffen zu müssen, hat das Bauamt im Bauausschuss des Rates jetzt dargelegt, was noch zu schaffen ist und was nicht.

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In Burgdorf sollen Flüchtlingsunterkünfte entstehen

Quelle: Symbolbild/dpa

Burgdorf. Oberste Priorität haben nach Darstellung von Martina Behnke, die die Stadtplanungsabteilung leitet, die dringend benötigten Flüchtlingsunterkünfte. Zwei Bebauungspläne für die Südstadt seien gegenwärtig in Vorbereitung beziehungsweise auf den Weg gebracht. Darüber hinaus prüfe die Bauverwaltung, ob weitere Unterkünfte auf Brachflächen an der Lippoldstraße in der Weststadt sowie an den Straßen Habichtshorst und Weserstraße für den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Betracht kommen.

Was sich die Stadt laut Behnke nicht mehr imstande sieht zu leisten, sind Bebauungspläne zur sogenannten Nachverdichtung von Wohnquartieren - weder in Heeßel noch sonstwo. Dabei geht es darum, großzügige Grünflächen zwischen Wohnhäusern zu bebauen oder riesige Gärten von Einfamilienhäusern nachträglich in Bauland umzuwandeln.

Letzteres hatte die SPD-Ratsfraktion vor einem Jahr für Heeßel angeregt. Eine Mehrheit von Anwohnern des Moormühlenwegs, Büchenwegs und der Straße Im Paulsfeld hatte auf Nachfrage der Stadt Interesse bekundet, sodass die Bauverwaltung dort eine Bebauungsplanänderung befürwortet. Laut Behnke sieht sich ihre Abteilung nun „auf unbestimmte Zeit“ aber nicht imstande, den Bebauungsplan zu ändern. Betroffene Heeßeler und auch deren Ortsvorsteher Heiko Reißer reagierten in der jüngsten Bauausschusssitzung enttäuscht. Auch weil weder Behnke noch Bürgermeister Alfred Baxmann sich auf einen Zeitpunkt festlegen ließen, wann das Thema wieder auf die Agenda kommt.

Kümmern will sich die Bauverwaltung indessen um die Pläne eines Investors für eine Reihenhaussiedlung auf der sanierungsbedürftigen ehemaligen Mülldeponie am Duderstädter Weg. Zudem will sie das Einzelhandelskonzept überarbeiten, um einen Supermarkt auf dem Pausewang-Areal in der Südstadt anzusiedeln.

Kommentar von Joachim Dege

Die Hausbesitzer, die hofften, dass die Stadt ihre Grundstücke in wertsteigerndes Bauland umwandelt, mögen enttäuscht sein. Auch in der Südstadt ist nicht jeder froh darüber, dass ausgerechnet dort Bauland für Flüchtlingsunterkünfte ausgewiesen wird. Derweil ist es nur richtig und fair, dass die Stadt angesichts der Herausforderung, vor die ihre Rathausmannschaft gestellt ist, darlegt, was sie zu leisten imstande ist und was nicht. Sie trifft im stadtgesellschaftlichen Interesse eine kluge Güterabwägung und beantwortet die Frage: Was ist wichtiger? Dass viele Menschen in Not ein Dach über dem Kopf haben, oder dass Einzelne ihre berechtigten wirtschaftlichen Interessen wahren? Die Frage anders zu beantworten, als es die Stadt tut, würde Burgdorf kaum zu bewältigende Probleme bescheren.

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