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Burgdorf will Mindestabstand von 1000 Metern

Windräder Burgdorf will Mindestabstand von 1000 Metern

Burgdorfs Politiker hadern mit den Plänen der Region Hannover zur Ausweisung von Vorrangflächen für die Nutzung von Windenergie. Keine Windparkerweiterung in Ehlershausen, keine Windräder im Otzer Bruch, dafür aber nur einen Mindestabstand von 800 Metern zur Wohnbebauung – so steht es im neuen Entwurf zum Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) 2016.

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Wenn nach den Vorstellungen der Region geht, werden neue Windräder nur noch zwischen Schillerslage und Otzte (am Horizont) gebaut werden dürfen - im Abstand von mindestens 800 Metern zur Ortschaft.

Quelle: Schilke

Burgdorf. Die zentrale Forderung von Politik und Stadt in Burgdorf ist ein Mindestabstand der Windräder von 1000 Metern zu den Ortsrändern. Dieses Kriterium würden die Flächen nördlich von Ehlershausen und im Otzer Bruch mehr als erfüllen. Doch gerade dort sieht der RROP-Entwurf 2016 keine Windräder vor. Denn das Landesamt für Wasserwirtschaft (NLWKN) hat diese Gebiete erst kürzlich als Vorrangflächen für den Hochwasserschutz gemeldet. „In Überschwemmungsgebiete besteht Bauverbot für Windräder“, erläuterte Wolfgang Jung vom Team Regionalplanung dem Bauausschuss des Rats.

„Dieser Ausschluss ist bar aller Realität“, kritisierte Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD). „Warum kann man das nicht korrigieren?“, wollte Ratsherr Klaus Köneke (CDU) wissen. „Es ist unglücklich, dass das Überschwemmungsgebiet so angesetzt wurde“, räumte Jung ein und rechnete vor, dass mit jedem Windrad ein halber Hektar als Retentionsfläche für Hochwasser entfalle. „Das ist bei 1000 Hektar Hochwasserschutzfläche ein verschwindend kleiner Anteil“, erwiderte Kurt-Ulrich Schulz (WGS). „Nach meinem Wissen ist die Wasserwirtschaft durchaus bereit, Ausnahmen zu machen“, sagte Schulz.

Die Erweiterung des Überschwemmungsgebiets hat laut Jung auch Auswirkung auf den aktuellen Windpark in Ehlershausen. Die Windräder, die dort stehen, genießen Bestandsschutz, allerdings dürfen sie nicht durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden. „Repowering ist nicht mehr möglich“, sagte Jung.

Der RROP-Entwurf 2016 sieht für Burgdorf nur noch östlich von Dachtmissen sowie nördlich von Schillerslage in Richtung Otze Vorrangflächen für Windenergie vor – und das bei einem Mindestabstand von 800 Metern zur Wohnbebauung. „Wir sehen dafür große Akzeptanzprobleme“, sagte Baxmann und weiß sich damit in guter Gesellschaft. Denn die umliegenden Landkreise setzen auf einen Mindestabstand von 1000 Metern. Baxmann plädierte für eine flexible Abstandsregelung im Regionsgebiet – je nach Akzeptanz der Bevölkerung in den Kommunen. „Das will aber das Bundesverwaltungsgericht nicht“, sagte Jung. Die obersten Richter hätten entschieden, dass in einer Region oder einem Landkreis einheitliche Kriterien zu gelten haben.

In seiner erneuten Stellungnahme zum RROP plädiert Burgdorf deshalb für einen Mindestabstand von 1000 Metern, die Streichung des Vorranggebiets östlich der B 3 auf Höhe Otze, eine Erweiterung des Windparks Ehlershausen sowie eine Vorrangfläche im Otzer Bruch. „Wir bleiben bei unseren Forderungen, weil wir bei der Region auf Erkenntnisgewinn hoffen“, sagte Baxmann.

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