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Burgdorfer Bahnhof geht der Strom aus

Burgdorf Burgdorfer Bahnhof geht der Strom aus

Den ganzen Tag haben Ahmet Kuyucu und sein Team am Bahnhof am Montag improvisieren müssen: Der Stromanbieter hatte zuvor kurzfristig wegen einer Reparatur im Bahnhof und auf den Gleisen den Strom abgeschaltet.

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Ahmed Kuyucu und Turgut Tolun organisieren vom SPD-Büro aus den Notfallbetrieb.

Quelle: Köhler

Burgdorf. Fahrkarten gab es am Montag ab 9 Uhr im SPD-Parteibüro direkt neben dem Rathaus: „Wir haben am Freitag sehr kurzfristig die Information erhalten, dass wir am Montag über fünf Stunden keinen Strom haben werden“, sagte Ahmet Kuyucu. Er leitet nicht nur die SPD in Burgdorf, sondern ist zugleich auch Pächter des DB-Stores im Bahnhof und des Kiosks am Parkhaus - alle Räume liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt.

„Für uns ist die Situation dennoch sehr ärgerlich, weil wir natürlich über einen solch langen Zeitraum nicht die Lebensmittel in den ausgeschalteten Tiefkühltruhen liegen lassen und dann verkaufen können“, sagte Kuyucu, der mit seinen Mitarbeitern die Technik am frühen Montagmorgen umbaute, um den Bahnreisenden ihre Tickets verkaufen zu können. Denn auch die Fahrkartenautomaten funktionierten nicht, ebenso wenig wie die Zuganzeigen oder die Beleuchtung. Vor seinen Geschäften hatte Kuyucu dann Mitarbeiter postiert, die die Kunden zum Parteibüro schickten. „Viele von ihnen kannten die Räume noch gar nicht“, sagte Kuyucu und fügte hinzu, die meisten hätten sich von den Unannehmlichkeiten des Fahrkartenkaufs nicht die Laune verderben lassen.

Kuyucu selbst ärgerte sich weniger über die anstehende Reparatur, auch wenn ihm weder Bahn noch Stromanbieter die Arbeiten im Vorfeld erklärt hatten. „Auch uns wurde das erst am Ende der vergangenen Woche bekannt gegen“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis und fügte hinzu, sein Unternehmen habe auf den Ablauf keinen Einfluss nehmen können. „Wir sind auf allen Informationskanälen erreichbar: Handy, Telefon, Fax, Mail - da hätte uns jemand doch frühzeitig kontaktieren können, damit wir zum Beispiel ein Notstromaggregat aufstellen“, kritisierte Kuyucu und fügte hinzu, den Einnahmeverlust oder mögliche Einbußen bei den Lebensmitteln werde ihm sicherlich niemand ersetzen. Außerdem habe er seine Kunden nicht vernünftig informieren können.

Bis zum Abend blieb der Strom im Kiosk ausgeschaltet - bei Kerzenschein verkauften die Mitarbeiter dann Zeitungen und Lebensmittel. Weil aber auch die Jalousie elektrisch betrieben wird, musste Kuyucu einen Sicherheitsdienst organisieren. „Sonst besteht die Gefahr, dass jemand die Glasfassade einfach einschlägt.“ Einen Zuständigen indes habe er nicht erreicht.

Von Antje Bismark

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