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Handwerker fürchten Ärger mit Anwohnern

Burgdorf Handwerker fürchten Ärger mit Anwohnern

Handwerker im Gewerbegebiet am Hülptingser Weg sorgen sich um die Zukunft ihrer Unternehmen. Die Deutsche Reihenhaus (DRH) aus Köln will auf einer benachbarten Brachfläche 38 Eigenheime errichten. Konflikte mit den späteren Bewohnern wegen Lärms und Abgasen seien absehbar, befürchten die Betriebe.

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Orgelbaumeister Armin Schreiber zeigt auf den Kamin, der die Abluft des Holzofens zum Beheizen der Werkstatt nach außen abführt.

Burgdorf. Die DRH will drei Haustypen – 85, 119 und 144 Quadratmeter groß – auf der seit langem brach liegenden Fläche zwischen Duderstädter Weg und Sonderpostenmarkt an der Uetzer Straße errichten. Die Erschließung soll über Stichstraßen vom Duderstäder Weg her erfolgen. Im Boden des zu bebauenden Areals befindet sich eine frühere Mülldeponie, die saniert werden müsste.

In einer Anwohnerversammlung Mitte Oktober hatten sich Gewerbetreibende vom Hülptingser Weg skeptisch über die an ihre Betriebe heranrückende Wohnbebauung geäußert. „Das wird Ärger geben“, ist sich der Orgelbaumeister Armin Schreiber sicher. Seine Werkstatt steht direkt an der Grundstücksgrenze zur geplanten DRH-Reihenhaussiedlung. Nur wenige Meter entfernt sollen sechs Häuser entstehen.
Schreiber befürchtet Klagen der neuen Nachbarn wegen des Lärms, den seine Maschinen und die Abluftanlage verursachen. Auch die Abgase aus einem vier Meter hohen Kamin, an den ein Holzofen zur Wärmegewinnung für die Werkstatt angeschlossen ist, würde die neuen Nachbarn wohl kaum entzücken.

Schreibers Handwerkerkollege Mirko Müller von der Tischlerei Müller + Peters nebendran kann sich ein gedeihliches Miteinander von Reihenhausbewohnern und Gewerbebetrieben ebenfalls nicht vorstellen. „Wir haben ähnliche Lärmemissionen wie der Orgelbaubetrieb. Unsere Maschinen sind den ganzen Tag an“, beschreibt er die Situation. Alle Grenzwerte würden zwar eingehalten. Müller befürchtet trotzdem, dass den Firmen Auflagen gemacht werden und ihre Produktion eingeschränkt wird, wenn die Reihenhäuser erst stehen. Man arbeite daher an einem „Schlachtplan“, um gewappnet zu sein, wenn das Vorhaben öffentlich ausgelegt wird. Schreiber hat die Handwerkskammer eingeschaltet.

Die Stadt befürwortet die Pläne der DRH, zumal nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch die Altdeponie saniert würde. Sie dränge den Investor allerdings, absehbare Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen, versichert Bauamtsleiter Andreas Fischer. Er ermuntert die Nachbarn der geplanten Siedlung, ihre Interessen schriftlich und somit gerichtsfest geltend zu machen.

Der Bauausschuss des Rates befasst sich laut Fischer am 22. November in einer Sitzung mit dem Projekt. Anfang nächsten Jahres sei damit zu rechnen, dass der Bebauungplanentwurf öffentlich ausgelegt werde. „Dann legen wir Einspruch ein“, kündigt Schreiber an.

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Wenn Jan Surberg im Orgelbaubetrieb von Armin Schreiber Holz zuschneidet, fallen nicht nur Späne an, es entsteht auch jede Menge Lärm.

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