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Burgdorfs Weihnachtsmann heißt Fritz

Burgdorf Burgdorfs Weihnachtsmann heißt Fritz

Der Weihnachtsmann ist ab sofort wieder im Einsatz: Der 71 Jahre alte Fritz Röttger macht mit seinen Gaben vor allem Kinder glücklich – bis Heiligabend ist er in Burgdorfs Innenstadt und den Ortsteilen unterwegs. Mit weißem Rauschebart, rotem Mantel, Zipfelmütze, Glocke und Jutesack ausgestattet beschenkt er alle, die an ihn glauben.

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Fritz Röttger in voller Montur vor dem Stadtmuseum. Karikiert (kleines Bild) hat ihn Schnellzeichner Iouri Didenko bei einem Besuch in Hannover.

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. Fritz Röttger - von allen, die ihn näher kennen, nur Fritze genannt - hat die Rolle des Weihnachtsmanns längst verinnerlicht. 1982 nahm alles seinen Anfang. Damals war der heute 71-Jährige noch Jugendpfleger der Gemeinde Uetze. Der Einkaufsring Uetze suchte zur Verkaufsförderung einen Nikolaus und fragte bei ihm an. Röttger schlug ein und gab fortan Jahr für Jahr den Weihnachtsmann. Bis er 2004 in Rente ging. Vor vier Jahren dann kam der Stadtmarketingverein Burgdorf auf ihn zu. Seitdem heißt der Weihnachtsmann in Burgdorf Fritze.

Wenn Röttger sich über das Jahr den Bart wachsen lässt, sieht er auch ohne seine ehrfurchtheischende Weihnachtsmannausrüstung aus wie der leibhaftige Gabenbringer - was ihn sogar im Sommer in manches Weihnachtsgespräch verwickelt. Jetzt ist wieder Saison. Ab heute trägt Röttger volle Montur. Die Eröffnung der Lichtwochen und des Weihnachtsmarktes unterm St.-Pankratius-Kirchturm rufen. Und Fritze ist selbstredend zur Stelle. Täglich von 11.30 bis 15 Uhr. Zumeist in der Innenstadt. Manchmal auch in den Ortsteilen.

Röttger stammt aus Hannovers Kultstadtteil Linden. Er ist gelernter Schornsteinfeger, musste aber nach dem Sturz vom Dach einer Laube die Kaminfegerei aufgeben. Der überzeugte Gewerkschafter verdingte sich erst als Chauffeur eines englischen Gerichtsoffiziers, dann als Versuchsfahrer bei Hanomag. Schließlich verpflichtete er sich für zwölf Jahre zum Dienst in der Bundeswehr, wo er eine Ausbildung zum Sozialarbeiter begann. 1978 heuerte Röttger bei der Stadt Burgdorf an, baute das Haus der Jugend in Ehlershausen auf. 1980 wurde er Jugendpfleger in Uetze.

Seinen markanten Bart trug Röttger schon damals. Doch stets am 2. Weihnachtsfeiertag kommt der ab, um dann zwölf Monate wieder zu wachsen.

Auch ein Weihnachtsmann hat Erfolgsgeheimnisse. Fritze verrät die nur zu gern: „Kinder müssen anfassen können. Sowie sie das getan haben, sagen sie: Echt!“ Darum ist bei Röttger nicht nur der schneeweiße Bart echt. Als Weihnachtsmann trägt er keinen Ring und keine Uhr. „Die Klotte muss gut sein. Sie muss sich wertvoll anfühlen.“ Der breite Gürtel ist aus Leder. Die schweren Stiefel sind es auch. „Da achten Kinder drauf. Sonst kommt kein Vertrauen auf.“

Fritze ist ein Weihnachtsmann auf Augenhöhe. Wenn er mit Kindern auf der Straße über deren Wünsche ins Gespräch kommt, beugt er sich herunter, geht mitunter in die Knie. Erst dann gibt er Antworten auf Fragen etwa nach dem Wohlbefinden seiner Rentiere, verteilt die ihm von Geschäftsleuten bereitgestellten Gaben wie Schokolade, Lollis, Krapfen oder Pixibücher. Er nimmt Wünsche entgegen und gibt Tipps, wie sie in Erfüllung gehen könnten. Dafür verschenkt Weihnachtsmann Fritze auch mal eine Nuss, die der Betreffende nur neben seinen Wunschzettel und eine Kerze in die Fensterbank legen soll, wo seine Helfer, die Wichtel, die Wünsche abholen und ihm zutragen.

Annähernd 30 Einsätze absolviert Röttger bis Weihnachten allein für den Stadtmarketingverein, private Engagements und solche in Firmen, Behörden, Altenheimen und Kindergärten nicht mitgezählt. Ein anstrengender Job sei das, räumt der mit seiner inzwischen pflegebedürftigen Frau selbst kinderlos gebliebene Weihnachtsmann vom Dienst ein. Aber auch ungemein erfüllend: „Die Eltern kaufen die Weihnachtsgeschenke. Und mir sagen die Kinder dann Dankeschön. So ein helles Kinderlachen kann ich mir nicht kaufen.“

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Ab Freitagabend strahlt sie wieder - Burgdorfs Innenstadt. Per Knopfdruck schaltet Bürgermeister Alfred Baxmann um 18 Uhr vor dem historischen Rathaus I an der Marktstraße die Weihnachtslichter an. Parallel eröffnet der Weihnachtsmarkt.

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