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Kinder spielen inklusiv seit fünf Jahren

Burgdorf Kinder spielen inklusiv seit fünf Jahren

Seit fünf Jahren spielen Kinder mit und ohne Beeinträchtigung in der Krippe des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ), seitdem sind auch zwei kooperative Kita-Gruppen in der Trägerschaft der Lebenshilfe dazugekommen. Die Entscheidung für inklusives Betreuen sei "absolut richtig" gewesen, sagen Fachleute.

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Lauris (von links), Jaron und Olivier spielen auf dem Reithof des Heilpädagogischen Zentrums.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Bis zum Jahr 2011 gab es für Eltern mit behinderten Kindern keine Chance, ihren Nachwuchs in einer Krippe betreuen zu lassen. "Wir hatten vor Jahren einmal erfolglos einen Anlauf unternommen", sagt die pädagogische Leiterin Susanne Ruhkopf im Rückblick. Dann ergab sich kurzfristig die Chance, über ein Modellprojekt des Landes eine Krippe zu eröffnen - in nur wenigen Monaten schuf das Team die räumlichen Voraussetzungen, schaute sich andere Einrichtungen und deren Ausstattung an, ging eine Kooperation mit der Stadt Burgdorf ein und fand entsprechendes Fachpersonal. 

"Mit vier Kindern sind wir dann in die Eingewöhnung gestartet", sagt Lebenshilfe-Geschäftsführerin Barbara Moschüring und fügt hinzu, seit dem Beginn seien die zwölf Plätze - zwei für Kinder mit Beeinträchtigungen - ausgebucht. "Die meisten Eltern kommen aufgrund der Erfahrungen anderer Familien", weiß Ruhkopf aus Erfahrung. Als die ersten Jungen und Mädchen dann ins Kita-Alter kamen, wollten ihre Eltern sie gern weiterhin im HPZ betreuen lassen: "Und so haben wir uns entschieden, eine heilpädagogische in eine kooperative Gruppe umzuwandeln", sagt Moschüring.

Abermals baute die Einrichtung um, es entstand Mullewap 1 mit 16 Plätzen, zehn für Kinder ohne, sechs für Kinder mit Beeinträchtigungen. Die Nachfrage aber hielt an, und so entstand der Neubau für Mullewap 2 mit ebenfalls 16 Plätzen. Insgesamt investierte das HPZ in den vergangenen fünf Jahren so knapp eine Million Euro. "Die Millionengrenze erreichen wir, wenn wir unser Außengelände neu gestaltet haben", sagt Ruhkopf.

Sie wie auch Moschüring bezeichnen die Umwandlung des HPZ hin zu mehr Inklusion als absolut richtigen Weg, und das gleich aus mehreren Gründen. So lernten die Kinder von Anfang an, dass sie normal verschieden sind. "Selbst Krippenkinder nehmen schon wahr, dass andere Kinder manches nicht oder nicht so gut können", sagt Moschüring und schildert die Freude eines 18 Monate alten Mädchens, als ein anderes Kind plötzlich einige Schritte ohne Rollator gehen konnte.

Geändert habe sich zudem die Wahrnehmung des HPZ in der Stadt: "Zu uns kommen Familien, die uns bislang nicht kannten", sagt Moschüring. Dank der Kooperation mit der Stadt Burgdorf nehme das Team nun auch an Fortbildungen und Hospitationen teil, tausche Erfahrungen aus und erhalte Einladungen zu bestimmten Veranstaltungen. "Uns kennt man plötzlich", sagt Ruhkopf. Ein Zeichen dafür: Schon jetzt gibt es Wartelisten - für Krippe und für Kita.

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