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Das Klärwerk hat jetzt einen Faulturm

Burgdorf Das Klärwerk hat jetzt einen Faulturm

Etwa 3,4 Millionen Euro hat die Stadt Burgdorf in einen Faulturm an der Kläranlage investiert. Dort zersetzen Bakterien bei 37 Grad den Klärschlamm. Das so entstehende Gas nutzt die Stadt derzeit, um den Heizkessel des Faulturms zu erwärmen.

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Der neue Faulturm ist in Betrieb - ab dem nächsten Jahr soll er die Stromkosten der Kläranlage reduzieren.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Bis zum Bau des Faulturms hat die Stadt nach Aussage von Carsten Wolbring, als Elektrotechniker auf der Kläranlage eingesetzt, den Klärschlamm von einem Unternehmen abholen lassen. Klärschlamm entsteht bereits im Vorklärbecken. „Darin ist alles, was in den Toiletten heruntergespült wird - bis auf die Grobstoffe, die der Rechen herausgefiltert hat“, sagt Wolbring.

Offenbar fällt viel Klärschlamm an: „Bis zu viermal in der Woche kamen die großen Lastzüge“, sagt Wolbring und fügt hinzu, der Abtransport und die Entsorgung seien sehr teuer gewesen. Eine Alternative zu dieser Entsorgung habe es für kleinere Kläranlagen wie der in Burgdorf in den vergangenen Jahren nicht gegeben. „Inzwischen aber kosten Faultürme und ihre Technologie deutlich weniger, sodass sich der Bau für uns durchaus gelohnt hat“, sagt er.

Im Frühjahr 2015 begannen die Arbeiten, seit Ende Oktober vergangenen Jahres produziert die Anlage nach Aussage von Stadtsprecherin Eva-Maria Dobriloff Gas. „Das nutzen wir zurzeit, um den Heizkessel zum Erwärmen des Schlamms im Faulbehälter mit 37 Grad zu betreiben“, sagt Dobriloff. Momentan werde das überschüssige Gas noch mit einer Fackel verbrannt. Im Frühjahr dieses Jahres wird die Anlage um einen weiteren Komplex erweitert, bei dem das überwiegend aus Methan bestehende Gas gereinigt und dann zur Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk genutzt werden kann. „Der produzierte Strom wir dann auf der Kläranlage verbraucht“, kündigt Dobriloff an. Damit will die Stadt den Stromverbrauch senken. Die Gesamtkosten für die Anlage, inklusive der Planung, liegen bei etwa 3,4 Millionen Euro.

Aus Sicht von Wolbring lohnt sich diese Investition schon jetzt: Die Zahl der wöchentlichen Entsorgungsfahrten habe sich mehr als halbiert. Angesichts stetig steigender Kosten für die Touren und für die Entsorgung sei ein erster Spareffekt schon erreicht, sagt der Mitarbeiter.

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