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Das Kreditgeschäft boomt

Burgdorf Das Kreditgeschäft boomt

Das Kreditgeschäft der Stadtsparkasse Burgdorf boomt. Im ersten Halbjahr 2014 hat das kleine Geldhaus einen Zuwachs von zehn Prozent verzeichnet. Überragend ist derzeit die Nachfrage privater Investoren, die Immobilien kaufen, bauen oder sanieren wollen, sagt Vorstandsvorsitzender Heiko Nebel.

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Die Grundstücke im Baugebiet Südlich Beerbusch in Hülptingsen sind in kürzester Zeit verkauft worden - eine Folge des niedrigen Zinsniveaus für Hypotheken.

Quelle: Klaus-Peter Buyken

Burgdorf. Innerhalb der ersten sechs Monate sei das Kreditvolumen, das die Stadtsparkasse vergeben hat, um 16 Millionen auf rund 173 Millionen Euro gestiegen, sagt Nebel. Natürlich investierten auch die Betriebe in der Stadt, aber das Immobilieninvestment sei höher. Der Grund für diese Investitionsbereitschaft in Immobilien sei das historisch niedrige Zinsniveau.

Die große Nachfrage spüren inzwischen auch die Kunden der Stadtsparkasse. Laut Nebel bekommt der Kunde zwar schnell einen Beratungstermin und die Mitteilung, ob der Kredit gegeben werde. Doch die Wartezeit auf den unterschriftsreifen Kreditvertrag betrage momentan vier bis fünf Wochen, räumt er ein. „Wir waren auf diese große Nachfrage nicht eingestellt. Doch inzwischen stocken wir unser Personal in diesem Bereich auf“, sagt der Stadtsparkassenchef.

Das niedrige Zinsniveau und die Tatsache, dass Geld auf Spar- und Tagesgeldkonten kaum noch etwas einbringt, haben laut Nebel dazu geführt, dass der Immobilienmarkt in der Stadt in Bewegung ist. „Doch die Preise für Häuser in Burgdorf steigen eher leicht.“ Allerdings müssten sich Verkäufer nicht mehr auf jeden Preis einlassen. Das sei vor einigen Jahren anders gewesen, als das Angebot größer als die Nachfrage war. Derzeit bewegten sich die Preise für Immobilien auf einem „fairen, realistischen Niveau“.

Dieser Boom bei den Hypothekenkrediten spiegelt sich auch im Geschäftsbericht 2013 der Stadtsparkasse wider. „Der Zinsüberschuss ist unsere wichtigste Einnahmequelle“, sagt Nebel. Im vergangenen Jahr lag der Ertrag bei 9,2 Millionen Euro und blieb damit konstant gegenüber 2012.

Um die große Nachfrage nach Darlehen bedienen zu können, erhöht die Stadtsparkasse seit einigen Jahren ihr Eigenkapital, das sozusagen als Sicherungsrücklage dient. Die nach der Finanzkrise ausgebaute Solvabilitätsverordnung schreibt derzeit vor: Vergibt eine Bank einen Kredit von einer Million Euro muss sie 80000 Euro (8 Prozent) an Eigenkapital haben.

Bei der Stadtsparkasse lag diese Quote 2013 schon bei 16,8 Prozent. „Das Kreditgeschäft ist derzeit sehr dynamisch. Damit wir weiterhin die Geschäfte machen können, die wir wollen, brauchen wir das Eigenkapital“, sagt der Stadtsparkassenchef.

Der Überschuss beträgt 841000 Euro

Die Entwicklung der Stadtsparkasse (SSK) im Geschäftsjahr 2013 bezeichnet Vorstandsvorsitzender Heiko Nebel als „positiv zufriedenstellend“. Das Betriebsergebnis lag bei 3,3 Millionen Euro und damit knapp unter dem Vorjahresergebnis von 3,4 Millionen Euro. Haupteinnahmequelle der SSK war neben dem Zinsüberschuss von 9,2 Millionen Euro der Provisionsüberschuss mit 2,3 Millionen Euro (2012: 2,5 Mio). „Der Rückgang spiegelt die Kaufzurückhaltung unserer Kunden im Wertpapiergeschäft wider“, erklärt Nebel. Inzwischen sei jedoch eine Trendwende erkennbar. Von dem Betriebsergebnis bleibt nach Steuern und Aufwendungen im Sparkassenverbund ein Jahresüberschuss von 841000 Euro.

Dieses Ergebnis liegt laut Nebel im langfristigen Durchschnitt. Er rechnet damit, dass sich die Aufwendungen für den Sparkassenverbund in den nächsten Jahren stark verringern, sodass der Überschuss entsprechend steigt.

Vom Jahresüberschuss 2013 fließen 440000 Euro in die Sicherungsrücklage fürs Kreditgeschäft. Damit bleibt ein Bilanzgewinn 401000 Euro. Davon werden 50000 Euro an die Stadt ausgeschüttet. „Wir hatten vor Jahren noch einen Bilanzgewinn von 750000 Euro“, sagt Alfred Baxmann, Vorsitzender des SSK-Verwaltungsrats. „Der Verwaltungsrat hat aber entschieden, den Bilanzgewinn auf etwa 400?000 Euro einzufrieren und die Differenz zum Jahresüberschuss in die Sicherungsrücklage zu geben.“ Mit 16000 Kunden hält die SSK laut Nebel einen Marktanteil von 50 Prozent in Burgdorf. Er ist zuversichtlich, dass eigene, neu entwickelte Kontomodelle – unter anderem mit einem Dispozins von 7,3 Prozent – dazu beitragen, diesen Marktanteil zu sichern.

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