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Das Kreuz mit dem Dinge merken

Burgdorf Das Kreuz mit dem Dinge merken

Heimat hautnah: Anzeiger-Mitarbeiterin Sandra Köhler versucht ihrer Merkfähigkeit beim Gedächtnistraining der Diakoniestation Burgdorf auf die Sprünge zu helfen.

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Das sich Vergegenwärtigen von Alltäglichem , wie einer Banane, mit allen Sinnen regt die Verknüpfung der Hirnhälften an.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Verflixt, wo ist denn nun schon wieder mein Auto? Im Durchflug zwischen zwei Terminen habe ich es auf dem Schützenplatz geparkt. Das weiß ich genau. Doch wo? Dieses nicht ganz unwichtige Detail geht mir leider gerade völlig ab. Also streife ich einmal mehr fluchend durch die Reihen. Und denke mir: Vielleicht wäre eine auffälligere Farbe als Dunkelblau doch ganz angebracht.

Eine probate Alternative zum Lackierer ist ein Gedächtnistraining, wie es Kornelia Schaal von der Diakoniestation Burgdorf im Wohncafé des Wohnprojektes Umzu an der Heiligenbeiler Straße anbietet.

Wo sind Schlüssel und Brille? Guten Tag Herr … Oh, das ist mir jetzt peinlich: Wie war der Name doch gleich? Habe ich den Herd jetzt ausgestellt oder nicht? Schaal weiß: Nicht nur ältere Menschen haben Probleme, sich solche eigentlich simplen Dinge zu merken.

Ein Grund dafür: „Wir machen viele Dinge einfach automatisch“, sagt Schaal. In solcher Situation helfe es schon, sich etwa bewusst vor den Herd zu stellen, nachzuschauen und laut zu sagen: „Der Herd ist aus, ich kann jetzt in Ruhe einkaufen gehen.“ Klasse Trick. Das werde ich beim nächsten Parken gleich einmal ausprobieren. Nicht in Hetze die Tür zuschlagen und mit fliegenden Rockschößen davoneilen, sondern erst einmal innehalten und gucken: Wo stehe ich eigentlich?

Wichtig sei es vor allem, beide Hirnhälften gleichermaßen zu aktivieren. Und das gelingt Schaal zufolge am besten, indem man Verknüpfungen schafft. Beispiel Telefonnummern: Wenn ich jeder Zahl ein bestimmtes Bild zuweise - etwa der Sieben die sieben Zwerge, der Fünf eine Hand und so weiter - und diese zu einer Geschichte zusammenfüge, ist das nicht nur plastischer, sondern bleibt auch leichter hängen.

Die gute alte Eselsbrücke kommt auch wieder zu Ehren. Und hilft beispielsweise beim Namenmerken: „Schaal wie Hut und Mütze, nur mit Doppel-a“, hat sich die Kursleiterin vorgestellt. Zu Quilitz passt das Attribut quirlig. Und wenn mir der Nachname Kalitzok partout nicht in den Kopf will: Über „Kalli zockt“ kommt die Erinnerung dann doch.

Wenn ich wollte, könnte ich mit ganz simplen Übungen auch zu Hause Gehirnjogging betreiben. Etwa, indem ich mir ein paar Minuten nehme, um einen alltäglichen Gegenstand wie eine Banane bewusst wahrzunehmen. Farbe, Geruch, Geschmack. Wie fühlt sich die Schale an, was fällt mir dazu ein? Unglaublich, welch vielfältige Assoziationen in der großen Runde kommen. Von Bananenkuchen bis Vogelspinne reicht die Spanne. Oder ich spiele mit meinen Kindern Wörterketten bilden. Das jeweils nächste Wort muss mit dem Endbuchstaben des vorigen beginnen. Wiederholungen sind natürlich verboten. Geht auch beim Autofahren. Manchmal lohnt es sich wirklich, einen Gang runterzuschalten. Zumal, wenn das Gedächtnis es einem dankt.

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