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Senioren müssen draußen bleiben

Burgdorf Senioren müssen draußen bleiben

Das Mehrgenerationenhaus ist eine Einrichtung, die für alle Burgdorfer offen sein soll. Doch ausgerechnet nicht mobile Menschen - und damit auch viele Senioren - können die neuen Räume in der Marktstraße nicht besuchen: Eine recht steile Treppe in den ersten Stock scheint unüberwindbar für sie.

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Das Mehrgenerationenhaus ist nicht barrierefrei - uns schließt damit Grehbehinderte und viele Senioren aus.

Quelle: Isabell Rollenhagen

Burgdorf. Am Lesekreis konnte Barbara Laack nicht teilnehmen. Das offene Treffen, das der Seniorenrat organisiert, ist mit dem Umzug des Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH) Anfang August in die neuen Räume an die Marktstraße verlegt worden. Und der steile Treppenaufgang der Einrichtung ist für die gehbehinderte Seniorin nicht zu überwinden. "Ich bin enttäuscht, dass ich die Angebote nicht mehr wahrnehmen kann", sagt Laack.

Auch der Seniorenrat kritisiert, dass das BMGH eine Immobilie angemietet hat, die keinen barrierefreien Zugang hat. "Ich kann die Entscheidung der Verantwortlichen nicht nachvollziehen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Hans Bauer. "Ich habe schon viele ähnliche Rückmeldungen wie die von Frau Laack bekommen."  Dabei solle das Mehrgenerationenhaus  - wie der Name schon sage - ein Ort für alle Burgdorfer sein, also auch Senioren.

Die Einrichtung wird jährlich mit 5000 Euro von der Stadt bezuschusst, damit das BMGH wiederum Geld beim Bund beantragen kann. Im Rathaus möchte man sich zu den Vorwürfen jedoch nicht äußern. Dabei nimmt die Stadt viel Geld in die Hand, um in Burgdorf Barrieren abzubauen: Für 120.000 Euro werden etwa sieben Bushaltestellen behindertengerecht umbauen. Doch das Mehrgenerationenhaus schließt immobile Menschen aus.

Die Entscheidung, in die Immobile an der Marktstraße zu ziehen, habe man sich jedoch nicht leicht gemacht, sagt Dagobert Strecker, Vorstandsmitglied des BMGH. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass der neue Standort keine perfekte Lösung sei. "Es gab aber keine bessere Alternative." Die Räume an der Gartenstraße seien den gestiegenen Aufgaben vor allem in der Flüchtlingshilfe nicht mehr gewachsen gewesen. Deshalb habe man sich für die 280 Quadratmeter große Immobilie entschieden. "Zumal die Möglichkeit besteht, Angebote wie den Lesekreis in einen Raum die Duderstädter Straße zu verlegen. Er ist ebenerdig und bietet sogar ein Behinderten-WC." Außerdem steht Strecker nach eigenen Angaben bereits mit Firmen in Kontakt, die Treppenlifte einbauen.

Von Isabell Rollenhagen

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