Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Lieber Hannah als ein Auto in der Stadt

Burgdorf Lieber Hannah als ein Auto in der Stadt

Mittendrin statt nur dabei: In der Reihe „Heimat hautnah“ schreiben Autoren des Anzeigers nicht nur über Veranstaltungen in Burgdorf, sondern sie machen aktiv mit. Volontärin Sabine Gurol hat das Lastenfahrrad Hannah getestet.

Voriger Artikel
200 Flüchtlinge beziehen Notunterkunft
Nächster Artikel
Laub, das Winterquartier der Tiere

Vollbepackt durch die Stadt: In der Lastenkiste sind ein Sack Blumenerde, Dosenfutter, Katzenstreu, ein Blumentopf, mein großer Rucksack und einige Kleinigkeiten verstaut.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Meine ersten Tritte sind etwas wacklig. Ich bin noch nie Lastenfahrrad gefahren, umso ungewöhnlicher sind die drei Meter Länge und die große Holzkiste, in der ich später meine Einkäufe transportieren will. Hannah heißt mein neues Gefährt und ist eines der kostenlosen Leihräder mit Elektromotor, die der ADFC zum Ausleihen in der Region zur Verfügung stellt.

Die Ausleihe ist denkbar einfach. Auf der Webseite registrieren und Buchungstag wählen. Mit Abholschein und Passwort geht es zum Fahrradhändler, der das E-Bike herausgibt. Kommen kann man, wann man will. Hannah ist für den gesamten Buchungstag reserviert. Auch Mehrtagesausleihen sind möglich.

Nachdem ich eingefahren bin, ist mein erstes Ziel der Baumarkt. Ein 20-Liter-Sack Blumenerde passt problemlos zu meinem Rucksack in die Holzkiste, auch einen Blumentopf nehme ich noch mit. Nach den ersten wackligen Kurven hat sich jetzt auch das Fahrgefühl eingestellt. Mit einem leisen Summen kündigt der Elektromotor seinen Einsatz an, während ich locker in die Pedale trete.

Angenommen wird Hannah in Burgdorf sehr gut. „Das Fahrrad ist fast dauerhaft ausgeliehen“, sagt Sebastian Kelb vom Fahrradladen Schiwy, der die Ausleihe betreibt. Auf der Fahrt zu meiner nächsten Station merke ich warum. Mit Tasten am Lenker lässt sich die Unterstützung des Motors in fünf Stufen regeln. Sogar steilere Anstiege schaffe ich so mühelos.

Langsamer als mit dem Auto bin ich dabei kaum - zehn statt acht Minuten brauche ich für die dreieinhalb Kilometer durch die Stadt bei Maximal-Tempo 25. Den Sack Blumenerde? Merke ich nicht. Erst als ich bei Fressnapf eintreffe und Hannah zum Fahrradständer schiebe, weiß ich wieder, welches Gewicht mitfährt.

Das vermehrt sich nun noch um Hundefutter und Katzenstreu. Bis zu 180 Kilogramm können mit dem E-Bike transportiert werden. Meine Kiste ist um einiges leichter, leicht aber sicher nicht. Trotzdem fährt sich Hannah, als wäre kaum Ballast an Bord. Bis zu 90 Kilometer könnte ich so durch die Gegend radeln, bis der Akku alle ist. Das macht das Lastenrad zur praktischen Auto-Alternative im Stadtverkehr. Vor allem, weil sich die nervenaufreibende Parkplatzsuche erledigt hat.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm66qejycg1abwicih
Fundamentalist der klassischen Musik

Fotostrecke Burgdorf: Fundamentalist der klassischen Musik