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Warnstreik sorgt für leere Kitas

Burgdorf/Uetze Warnstreik sorgt für leere Kitas

Der von der Gewerkschaft Verdi ausgerufene Warnstreik hat am Dienstag den öffentlichen Dienst in den Kommunen Burgdorf und Uetze keineswegs lahmgelegt. Fast ausschließlich Erzieher und Sozialarbeiter sowie die Müllwerker traten in den Ausstand.

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Viele Erzieherinnen legen die Arbeit nieder. Einige wenige von ihnen betreuen Kinder in Notgruppen wie in der Kita Freibad in Burgdorf.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf/Uetze. „Was bringt es denn, wenn wir streiken? Den Leuten ist es doch egal, wenn wir eine Gehwegplatte einen Tag später gerade rücken“, begründete ein Mitarbeiter des Burgdorfer Straßenbauhofs seine Streikunlust. Diese teilten seine 17 Kollegen ebenso wie die 32 Mitarbeiter des Gärtnerbauhofs, von denen sechs neben dem Flüchtlingsheim an der Friederikenstraße Sträucher pflanzten, während die Sozialarbeiter dort die Arbeit niederlegten. 53 streikende Mitarbeiter insgesamt zählte die Stadtverwaltung, davon nur drei aus der allgemeinen Verwaltung.
„Bei uns ist fast keiner organisiert“, sagte der Bauhofmitarbeiter, der nicht mit Namen genannt werden wollte. Dabei täte ein Schluck aus der Lohnpulle gut. Viele seiner Kollegen müssten sich mit einem Zweitjob noch etwas dazuverdienen, um über die Runden zu kommen.
Höher war die Streikbeteiligung in Burgdorf nur in den Kitas. In der Kita Freibad in der Nordstadt, die 100 Kinder betreut, arbeiteten am Dienstag streikbedingt drei von 13 Erzieherinnen. Diese betreuten eine Notgruppe, die laut Kita-Leiterin Sabine Jastremski allerdings nicht voll war. Notgruppen gab es auch in fast allen anderen städtischen Kitas. Nur die Kita Südstern war geschlossen.
Keine Einschränkungen gab es im Bürgerbüro im Rathaus III am Spittaplatz. Im Jobcenter am Wundramweg ignorierten laut Teamleiter Hagen Pöplow alle für die Arbeitsvermittlung zuständigen Mitarbeiter den Verdi-Aufruf. Auch die zwei Sozialarbeiter der Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Region im Schloss gingen ihrer Arbeit nach.
In der Gemeinde Uetze hielten sich die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung nicht minder in Grenzen. Betroffen waren dort drei Kitas. Die Krippe Schneckenhäuschen war nach Auskunft der Ersten Gemeinderätin Ursula Tesch geschlossen. Der Kindergarten Schneckenhaus habe zwei Krippenkinder aufgenommen. „Die Kindertagesstätten Buddelkiste und Storchennest halten eine eingeschränkte Betreuung aufrecht“, berichtete Tesch.
Die Eltern hatten sich offenbar auf den angekündigten Warnstreik rechtzeitig eingestellt. „Wir haben keine Anfragen von Eltern, die einen Betreuungsnotstand haben“, sagte Tesch. Im Rathaus war nach ihren Angaben nur ein einziger Mitarbeiter im Ausstand.
Der Abfallzweckverband Aha hätte normalerweise gestern in sieben Ortschaften der Gemeinde Altpapier und Bioabfälle abfahren sollen. Weil Aha bestreikt wurde, hatten Einwohner vergeblich Tonnen und Säcke an die Straße gestellt.

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In Uetze lässt Aha die Altpapiertonnen ungeleert am Straßenrand stehen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Joachim Dege und Friedrich-Wilhelm Schiller

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