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"Ende des ebenerdigen Bahnübergangs"

Burgdorf "Ende des ebenerdigen Bahnübergangs"

Mit mindestens einer Verdoppelung des Güterverkehrs rechnet die Stadtverwaltung bei der Alpha-E-Trasse - das wirkt sich nach Aussage von Jan-Hinrich Brinkmann auch auf den Bahnübergang in Ehlershausen aus. "Die Zugzahlen lassen vermuten, dass der ebenerdige Bahnübergang bald Geschichte ist."

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Schon jetzt sind die Schranken in Ehlershausen mehrere Stunden täglich geschlossen. Das würde sich mit der Alpha-E-Trasse noch verschärfen.

Quelle: Bismark

Ehlershausen. Schon jetzt rollten 140 Züge pro Tag durch Otze und Ehlershausen, sagte Brinkmann, der der die Interessen von Burgdorf, Lehrte und Sehnde im Projektrat zur Alpha-E-Variante vertritt, und fügte hinzu, bis zu 175 Züge täglich seien denkbar. Mit Blick auf vorangegangene Debatten der Kommunalpolitiker betonte Brinkmann, er kenne und er teile den Wunsch nach einer Bahnunterführung an der jetzigen Schranke.

Gleichwohl werde Burgdorf als Kommune nicht die Planung anschieben und auch keine Skizzen erstellen: „Wenn wir das beplant haben wollen, dann müssen wir die Kosten auch tragen“, begründete Brinkmann die Haltung der Stadt und nannte als Kosten für den Bau mindestens 4,5  Millionen Euro – damit liegen die Planungskosten seinen Angaben zufolge bei etwa 900 000 Euro. Hinzu komme: „Selbst wenn wir die Planung übernehmen und finanzieren, heißt das nicht automatisch, dass unsere Variante dann auch realisiert würde“, sagte der Stadtplaner im voll besetzten Gemeindehaus. Wenn die Bahn als Eigentümer der Bahnstrecke und die Region als Straßenbaulastträger eine billigere Lösung fänden, dann würde möglicherweise diese Alternative gebaut.

Seine Empfehlung an die Einwohner, die Kommunalpolitiker und die Verwaltung laute deshalb, dass alle gemeinschaftlich auf einen schnellen Start der Planung seitens der Bahn drängen sollen. Schließlich sei von einer Bauzeit von über 15 Jahren wegen des dritten Gleises bei Lüneburg auszugehen. Angesichts der zu erwartenden Zahl an Güterzügen müssten die Kommunen entlang der Bahnstrecke dafür sorgen, dass der S-Bahn-Takt nicht reduziert, sondern im Gegenteil noch verbessert werde.

Insofern sei es eine gute Entwicklung, dass die S-Bahnen nun auch nachts von Hannover nach Celle führen und damit auch die Stationen Burgdorf, Otze und Ehlershausen bedienten. „In jeder Zeit, in der eine S-Bahn fährt, gibt es keinen Güterzug“, sagte der Stadtplaner unter der Zustimmung der Kommunalpolitiker und der Zuhörer.

Protest gegen Penny formiert sich

Untrennbar verknüpft mit den Forderungen nach einer Über- oder Unterführung des jetzt noch ebenerdigen Bahnübergangs ist nach Aussage von Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann der Bau eines neuen Penny-Marktes zwischen Bahnstrecke und Bundesstraße 3. Denn über das Gelände des Discounters müsste, so die einhellige Meinung von Verwaltung, Ortsrat und Einwohner, die Rampe führen – um den Ort nicht von der Bundesstraße abzutrennen.

„Als Stadt haben wir alles versucht, um den Bau zu verhindern“, sagte Brinkmann im Ortsrat.Gleichwohl habe der Investor des Marktes nach einer ersten Niederlage vor dem Verwaltungsgericht beim Oberverwaltungsgericht Hannover gewonnen. „Wir sind damit verpflichtet gewesen, den Bauantrag positiv zu entscheiden“, sagte der Planer und fügte hinzu, schließlich bestehe seit 2008 für den Investor dort ein Baurecht. Er betonte, die Verwaltung habe durchaus das Gespräch mit dem Investor gesucht – dieser habe den Bauantrag im Anschluss unkommentiert eingereicht. Damit reagierte der Planer auf eine Forderung, die Sonja Heyna (CDU) im Ortsrat erhoben hatte. „Natürlich würden wir gern skizzieren, dass wir die Fläche benötigen für die Rampen der Unterführung“, sagte Brinkmann, aber: „Wenn wir das darstellen, dann beginnen wir mit der Planung und dann müssen wir als Kommune auch die Kosten tragen.“ Damit drehe sich die Verwaltung im Kreis.

Robert Apel (CDU) bescheinigte dem Rathaus nach einer Akteneinsicht, gute Arbeit geleistet zu haben: „Ich muss ganz deutlich sagen, dass die Stadt keine Fehler gemacht hat.“ Auch er habe das Gespräch mit dem Investor suchen wollen, sei aber „abgeperlt“. Aus Sicht von Ortsbürgermeisterin Birgit Meinig droht dem Ort nun die Gefahr, von einer wichtigen Lebensader abgeschnitten zu werden. „Daran kann niemand ein Interesse haben“, sagte die SPD-Politikerin. Noch für April hatte der Investor im Gespräch mit dieser Zeitung den Baubeginn angekündigt. Das wollen Anwohner wie Reinhart Broy verhindern: „Sobald der Bauantrag genehmigt ist, werde ich alle juristischen Wege prüfen, ob ich eine Privatklage einreichen werde“, sagte der Ehlershäuser in der Ortsratssitzung.

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