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Erntestart: Mehr Vielfalt auf Getreideäckern

Burgdorf/Uetze/Lehrte Erntestart: Mehr Vielfalt auf Getreideäckern

Die Vielfalt der Getreidearten auf den Feldern in Burgdorf, Lehrte, Uetze und Sehnde ist größer geworden: Die Landwirte bauen Gerste, Roggen, Weizen, Hafer und seit Kurzem auch Grünroggen und Dinkel an. Mit dem Mähen der Wintergerste hat am späten Donnerstagnachmittag die Getreideernte begonnen.

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Auf einem Acker zwischen Schwüblingsen und dem Beerbusch erntet ein Mähdrescher Wintergerste.s

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Uetze/Lehrte. Die Wintergerste ist schon seit Tagen reif – erkennbar an der rotgelben Färbung und den wie abgeknickt hängenden Ähren. Doch bislang hatte das unbeständige Wetter dafür gesorgt, dass die Bauern ihre Mähdrescher noch nicht in Gang gesetzt haben. „Wir warten auf fünf Tage mit konstantem Erntewetter“, sagt der Hülptingser Landwirt Cord-Heinrich Schweer. Das bedeutet vor allem trockenes Wetter, denn wird das Korn zu feucht geerntet, muss es getrocknet werden. Nur so ist es längere Zeit zu lagern, ohne dass sich Schimmel bildet.

Den Auftakt der Getreideernte macht traditionell die Wintergerste, die in unserer Region als Rohstoff für die Brauereien und als Futter für die Tiere angebaut wird. An der K 125 zwischen Schwüblingsen und dem Beerbusch war es am Donnerstagnachmittag soweit: Begleitet von einer großen Staubwolke hat ein Mähdrescher sich Reihe um Reihe durch ein Wintergerstenfeld gefressen.

Einige Tage zuvor hatte Schweer bereits ein Roggenfeld an der B 188 geerntet – und zwar als sogenannten Grünroggen. Diese Pflanzen sind noch nicht so reif, dass das Korn zu Mehl gemahlen werden kann. Sie sind samt Stengel und Ähre in die Hänigser Biogasanlage gewandert – zur Energieproduktion.

„Wir haben zum ersten Mal Grünroggen angebaut“, berichtet Schweer. Wenn ein Feld bis zum 15. Juli abgerntet sei, könne man noch eine Zweitfrucht wie Rote Beete oder Möhren anbauen. Die Verwertung in einer Biogasanlage sei zudem eine gute Alternative, nicht so gut entwickelte Pflanzenbestände frühzeitig zu ernten.

Ein eher ungewohnter Anblick in der Landschaft ist ein Dinkelfeld in der Nähe von Arpke. „Es ist das zweite Jahr, dass die Raiffeisen-Warengenossenschaft Osthannover diese Getreideart vermarktet“, sagt Guido Imhoff, Abteilungsleiter Getreide. Traditionelle Anbaugebiete des Dinkels, der mit dem Weizen verwandt ist, sind laut Imhoff zwar die Schieferverwitterungsböden in Süddeutschland. Doch einige Mühlen hätten angefragt, ob es im Einzugsbereich der RWG nicht Betriebe gebe, die es mal mit dem Anbau probieren wollten. Der Grund: Die Nachfrage nach Dinkelmehl ist stark gestiegen. „Es gibt ja kaum noch eine Bäckerei, die keine Dinkelbrötchen anbietet“, sagt Imhoff.

Auf den leichten Böden im Burgdorfer, Uetzer und Lehrter Bereich wird vor allem Roggen und Sommerbraugerste angebaut. „Unser Hauptabnehmer für Roggen ist die Firma Wasa in Celle“, sagt Imhoff. Zu Brot in allen Varianten wird auch der Weizen verarbeitet. „Der Weichweizen, der in unserer Region gedeiht, eignet sich wegen seiner guten Proteinwerte hervorragend zum Backen.“

Auf einigen Felder steht auch Hafer, zum Beispiel an der Immenser Landstraße. Ein Getreide, das laut Imhoff im Speckgürtel Hannover mit den vielen Pferdehöfen als Futter sehr gefragt ist. „Wir verkaufen den Hafer abgesackt über unsere Märkte oder liefern ihn lose direkt an die Pferdehöfe.“

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