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Malerhandwerk gehen die Lehrlinge aus

Burgdorf Malerhandwerk gehen die Lehrlinge aus

Im Maler- und Lackiererhandwerk werden die Fachkräfte rar. Ein Beleg dafür ist die Freisprechung der Maler- und Lackierer-Innung Burgdorf. Obermeister Thomas Jüngst konnte im Burgdorfer Haus des Handwerks nur zwei Auszubildenden die Gesellenbriefe überreichen.

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Lehrlingswart Stefan Schwenzitzki (links) und Obermeister Thomas Jüngst überreichen Juliane Matussek und Henrika Hansemann (rechts) die Zeugnisse und Blumen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Burgdorf. Insgesamt gab es in Burgdorf nur zwei Prüflinge. "Die Zahl der Auszubildenden ist stark rückläufig", klagt Obermeister Jüngst. Vor zehn Jahren habe es in Burgdorf noch eine volle Berufsschulklasse für angehende Maler und Lackierer gegeben. Inzwischen besuchten die Lehrlinge die Berufsschule in Neustadt.

Wegen des Berufsschulorts hätten hiesige Malerbetriebe Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. Die Hauptgründe sind nach Jüngst Worten aber andere: "Heute sind technische Berufe beliebter als unser Handwerk." Viele Jugendliche wollten sich nicht mehr schmutzig machen. Außerdem zögen viele Schulabgänger einen weiteren Schulbesuch einer Lehre vor.

Juliane Matussek, die bei der Firma Lalk in Burgwedel in der dreijährigen Lehre war, hat sowohl den praktischen als auch den theoretischen Teil der Gesellenprüfung mit der Note zwei bestanden. Henrika Hansemann aus der Firma Simon und Jarzombek in Isernhagen hat eine Zwei und eine Drei in ihrem Zeugnis stehen. "Sie ist in der theoretischen Prüfung nur aufgrund eines Formfehlers ganz knapp an einer Zwei vorbeigeschrammt", berichtete Lehrlingswart Stefan Schwenzitzki. Laut Jüngst hat die Innung beide beim Landesverband der Maler und Lackierer für den Landeswettbewerb der besten Auszubildenden angemeldet.

Hansemann will nach der Lehre ihr Fachabitur machen. Anschließend wolle sie studieren, um Berufsschullehrerin zu werden. "Ich habe einen Plan A und einen Plan B", sagte Matussek. Entweder werde sie im Handwerk bleiben und eventuell später ihren Meister machen. Sie könne aufgrund ihres guten Zeugnisses zwischen mehreren Betrieben wählen, bei denen sie anfangen könne. Oder sie nehme ein duales Studium auf und arbeite im technischen Vertrieb für den Malerbedarf.

"Unser Beruf bietet viele Facetten", sagt der stellvertretende Obermeister Patrik Lalk. Wer seine Gesellenprüfung bestehe, habe gute Berufsaussichten, betont Jüngst. "Maler werden gesucht wie verrückt. Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden gute Gesellen unbezahlbar", sagt der Obermeister.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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