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Diese E-Gitarren lassen aufhorchen

Burgdorf Diese E-Gitarren lassen aufhorchen

Hochmodern und ausgefallen sind sie – und gehen von Burgdorf in alle Welt: Die E-Gitarren, die Alexander Claas in seiner Zwei-Mann-Werkstatt in Hülptingsen baut, sind ein Erfolgsprodukt. Der 23-Jährige ist nun mit dem Bayrischen Staatspreis für innovatives Handwerk ausgezeichnet worden.

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Jungunternehmer Alexander Claas baut in Burgdorf einige der modernsten E-Gitarren der Welt.

Quelle: Sandra Köhler

Hülptingsen. Wenn der gelernte Tischler über seine Firma und die Instrumente spricht, die er mit seinem Angestellten in seiner Werkstatt in Hülptingsen baut, ist dem jungen Mann anzumerken, dass er für das brennt, was er tut. Und dafür scheut er weder Zeit noch Arbeit. Momentan, sagt Claas, sei trotz der Vorbereitung für die Musikmesse in Frankfurt, zweitgrößte der Welt, alles relativ entspannt – mit etwa 70 Wochenstunden. „Ich habe sogar wieder Zeit für Familie und Hobby.“

2012 hat er seine Firma Claas Guitars gegründet. Da war der Absolvent des Burgdorfer Gymnasiums noch mitten in der Tischlerlehre. Selbst seit seiner Jugend begeisterter Gitarrenspieler, wollte er mit 15 ein Instrument bauen, das seinen Vorstellungen entsprach. „Ich habe mir Holz genommen und in der Werkstatt meines Vaters angefangen zu basteln.“ Kein Jahrzehnt später hat er seinen Traum verwirklicht – und kommt damit bei Musikern weltweit sehr gut an, wie Kritiken in Fachmagazinen, auf Facebook und im Internet beweisen.

„Moby Dick“, so heißt das von ihm entwickelte Gitarrenmodell, will den Bedürfnissen der Spieler nach Ergonomie und perfektem Klang entgegenkommen. Mit seinem sehr flachen Korpus und dem langen, schmalen und kopflosen Hals ist das Instrument ebenso wie das Bassmodell „Leviathan“ ein Hingucker mit durchdachten Details. In Abstimmung mit dem Kunden wird daraus jeweils ein Einzelstück: Mit besonderen Hölzern und entsprechender Lackierung bekommt der Käufer für um die 2500 Euro in drei bis vier Monaten ein Unikat. „Eigentlich müsste ich mehr nehmen“, sagt der Jungunternehmer, den es im Gegensatz zu Schulkameraden nicht in die große, weite Welt zog, sondern der bewusst in seiner Heimatstadt Firmengründer wurde. „Aber ich bin selbst Musiker und möchte, dass die Gitarren gespielt werden und nicht in einer Vitrine verschwinden.“

Klar und aufgeräumt: Wie sein Modell ist auch Claas. Er habe Tischler gelernt und nicht Gitarrenbauer, weil er so abgesichert sei. „Als Tischler kannst du überall arbeiten, wenn das hier nicht funktioniert.“ Wie man es nicht macht, habe er in seinem Lehrbetrieb gesehen, der pleiteging. Das steht bei Claas nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Von den 40 bis 50 Instrumenten, die er im Jahr als Verbindung aus Handwerk und moderner Technik schafft, gehen 80 Prozent ins Ausland. Die meisten davon finden ihre Abnehmer in Amerika, aber auch nach Japan, China und ins Europäische Ausland verkauft Claas. Neben der Präsenz auf großen Musikmessen wie der NAMM Show in Anaheim setzt der Gitarrenbauer auf den Onlinehandel: „Ohne Internet geht nichts.“ Claas Guitars sind dort sehr präsent. Internetseite, Facebook und Youtube-Auftritt wollen ständig gepflegt und aktualisiert werden. Auf Letzterem ist ein Video der Handwerkskammer Hannover zu sehen, das die Gitarrenschmiede vorstellt – bezeichnenderweise unter dem Titel „Heiß auf Handwerk“. Was wiederum zu Claas’ brennender Leidenschaft passt.

Von Sandra Köhler

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