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Diskussion um Anschluss des Flüchtlingsdorfs

Burgdorf Diskussion um Anschluss des Flüchtlingsdorfs

Kein Thema bewegt die Bürger derzeit so wie die Standortwahl für Flüchtlingsunterkünfte. Zu den Einwohnerversammlungen sind bislang Hunderte gekommen, und auch am Dienstagabend platzte der kleine Sitzungssaal im Rathaus II aus allen Nähten, als dort der Bauausschuss des Rats tagte.

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Auf dieser Fläche sollen die Holzmodulbauten für die Asylbewerber errichtet werden. Im Hintergrund sind die Häuser am Sorgenser Grundweg zu erkennen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Mehr als 20 Bürger - die Mehrzahl Anlieger des Sorgenser Grundwegs - waren gekommen, um in der Einwohnerfragestunde mit den Politikern eine Frage zu erörtern: Wo soll die Zufahrt für die geplante Flüchtlingswohnanlage auf der freien Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuertechnischen Zentrale (FTZ) verlaufen? Aus den Wortmeldungen wurde deutlich, dass die Anwohner die Standortwahl für die Holzmodulbauten nicht infrage stellen.

Doch sie haben Sorge, dass sowohl der Baustellen- als auch der spätere Zulieferverkehr über den Sorgenser Grundweg geführt werden könnte. So fragte Andrea Bohm-Ziemba, ob in diesem Fall die Spielstraße im Zuge des Sorgenser Grundwegs entfiele. Dieter Katzberg wollte wissen, nach welchen Kriterien die Stadt die Anbindungsmöglichkeiten prüft.

Eine andere Anliegerin plädierte dafür, die Zufahrt zur Flüchtlingswohnanlage nicht vom Sorgenser Grundweg aus anzulegen, denn diese müsste dann über den Bolzplatz geführt werden. „Was wir nicht verstehen ist, warum auf der Fläche Unterkünfte geplant werden, wenn die Frage der Anbindung nicht geklärt ist. Das macht uns nervös“, sagte sie.

Bürgermeister Alfred Baxmann versicherte den Bürgern: „Wir nehmen Ihre Sorgen ernst. Auch die Briefe, die Sie geschrieben haben, haben uns erreicht.“ Laut Baxmann arbeitet die Verwaltung auf Hochtouren an einer Lösung für das Problem. Denn die erste Idee der Stadt - als Anbindung die gepflasterte Zufahrt der Feuerwache und der FTZ zu nutzen - lässt sich nicht realisieren. Die Feuerwehrunfallkasse erlaubt dies nicht.

Jetzt favorisiert die Stadtverwaltung eine Zufahrt auf der Nordseite der FTZ. Dafür muss die Stadt einen Streifen des dortigen Ackers kaufen. Man sei bereits in Verhandlungen mit dem Eigentümer, sagte Baxmann. Die Fläche gehört der Kirche. Diese Lösung kostet vielleicht mehr Geld als eine Zufahrt über den Bolzplatz, aber sie bietet laut Bürgermeister auch mehrere Vorteile.

Sie mündet direkt auf eine Hauptverkehrsstraße, die Straße Vor dem Celler Tor, der Fußweg zur Bushaltestelle ist kurz und vor allem, die Anlieger des Sorgenser Grundwegs werden nicht mit dem Baustellen- und Zulieferverkehr belastet.

Baxmann bat die Anlieger jedoch um Geduld, denn noch sei keine Lösung spruchreif. „In diesem Fall geht Solidität vor Schnelligkeit. Wir wollen Ihnen fundierte Vorschläge machen.“ In der Anliegerversammlung am Donnerstag, 10. März, werde die Stadtverwaltung eine Lösung für die Erschließung des Grundstücks vorstellen, versprach er.

In der Ausschusssitzung wurde noch einmal deutlich, dass den Ratsmitgliedern die Integration der Neuankömmlinge sehr wichtig ist. Eine gleichmäßige Verteilung im Stadtgebiet und eine Durchmischung in den Wohnvierteln erleichtere dies.

Ratsherr Michael Fleischmann (Linke) warnte vor einer Massierung von Flüchtlingen in der Südstadt. Auch Orte wie Ehlershausen und Otze müssten ihrer Verpflichtung nachkommen, forderte er. Der Bürgermeister zeigte Verständnis für diese Forderung, verwies jedoch auf den Zwang, in kurzer Zeit Unterkünfte für sehr viele Flüchtlinge schaffen zu müssen. „Deshalb geben wir größeren Projekten den Vorrang. Denn der Planungsaufwand ist für kleine genauso aufwendig wie für große“, sagte der Bürgermeister.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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