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Weg des Holzes aus dem Wald in die Zimmerei

Burgdorf Weg des Holzes aus dem Wald in die Zimmerei

Wer das Dreschefest auf dem Thieleking’schen Acker gegenüber des Schillerslager Feuerwehrhauses besuchte, erlebte eine Zeitreise. Nur wenige Jahrzehnte zurück tickten die Uhren in Landwirtschaft und Handwerk noch anders.

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Baumfällen mit der Schrotsäge erfordert Mannschaftsgeist und Technik.

Quelle: Sandra Köhler

Schillerslage. Nicht moderne Technik kam ehedem zu Einsatz. Mit überliefertem Wissen, althergebrachten Werkzeugen, körperlichem Einsatz und echten Pferdestärken bewältigten die Menschen auf dem Dorf ihren Alltag.

Im Mittelpunkt der Vorführungen beim Dreschefest standen das traditionelle Handwerk rund um das Holz. Vom Fällen der Bäume mit der Schrotsäge über das Entasten und den Abtransport bis hin zum Verarbeiten in der Zimmerei zu Balken und ins Fachwerk konnten die Besucher den Weg des natürlichen Werkstoffes verfolgen, der auch heute noch unverzichtbar ist – als Baustoff wie zum Heizen, wie der als Moderator auftretende Hufschmied Matthias Straßner erläuterte.

Die Begrüßung der Dreschefest-Besucher übernahm Wolfgang Heldt vom Förderverein der Feuerwehr Schillerslage, die das Fest organisiert. Unmittelbar nach einem Freiluftgottesdienst mit Pastor Michael Schulze von der evangelischen Kirchengemeinde St. Panklratius mit einer Einlage des Schillerslager Chors Klangschmiede begannen die kommentierten Vorführungen. Zuerst war das Dreschen an der Reihe. Statt Mähdrescher kam dabei ein von einem historischen Traktor per Riemen angetriebener Dreschkasten zum Einsatz.

Dann wurde es ernst im kleinen Wäldchen mitten auf dem Gelände: Mit einer Schrotsäge ging es zwei Baumstämmen zu Leibe. „Die beiden an der Säge müssen sich verstehen, sonst geht das nicht“, sagte Manfred Meyer. Fachmännisch beschrieb er die Technik, bei der der Fallkerb die Richtung bestimmt, in die der Baum fällt, dem der höhenversetzt angesetzte Fällschnitt folgt. „Baum fällt“, hieß es schließlich. „Das haben die beiden ganz ordentlich gemacht“, begutachtete Meyer, der diese Technik laut Heldt noch eigenhändig angewandt hatte, die Arbeit.

Vor dem Abtransport zur Zimmerei mussten die Stämme aber erst einmal mit dem Beil von den Ästen befreit werden. „Es wurde wirklich alles verwandt“, erläuterte Moderator Straßner: „Und sei es als Anmachholz, wenn am Sonnabend der große Kessel mit Wasser zum Waschtag oder Baden angeheizt werden musste.

Dann waren Moritz und Halla gefordert: Mithilfe der Pferde wurde das Holz aus dem Wald geholt und auf einem Ackerwagen zum Transport in die Zimmerei verladen. Auch das ging nicht ohne Schweiß ab: Mussten die Männer doch für das Anheben per Hebebaum ihre Muskeln spielen lassen.

Zimmerleute beherrschen alte Techniken

Damit aus den rohen Stämmen – so sie denn für geeignet befunden worden sind – vernünftige Balken entstehen, die eventuell beim Bau eines Hauses oder Fachwerks Verwendung finden: Dafür sind die Zimmerleute zuständig. Die lernen in ihrer Ausbildung durchaus die althergebrachten Techniken der Holzzurichtung, sagte Björn Borchling, einer der Geschäftsführer der in Schillerslage ansässigen Ahnsbecker Zimmerei.Dafür wird auf der Fällfläche mit Hilfe einer Schlagschnur der vorgesehene Balken angezeichnet, der dann Seite für Seite mit einem Breitbeil herausgehauen wird. Eine zweite, ebenfalls althergebrachte Variante bedient sich dazu der Säge. Hierfür werden auf der zu bearbeitenden Seite des noch mit seiner Borke versehenen Stammes Kerben ins Holz gesägt, die die nötige Tiefe angeben.Ein sehr aufwendiger Herstellungsprozess: „Wir wollen einmal zeigen, warum heutzutage in Zimmereien mit modernen Maschinen beispielsweise nur noch fünf Leute arbeiten, wo es früher einmal 20 bis 30 waren“, sagt Borchling.

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Fotostrecke Burgdorf: Weg des Holzes aus dem Wald in die Zimmerei

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Von Sandra Köhler

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