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Dresdner Streichtrio spielt in Burgdorf

Burgdorf Dresdner Streichtrio spielt in Burgdorf

Mozarts Divertimento in Es-Dur ist die Krönung für jeden Streicher. Am Sonntag erklang es, gefällig interpretiert vom Dresdner Streichtrio, im Schlosskonzert. „Ich habe mich in dieses Stück sofort verliebt“, sagte Bratschist Sebastian Herberg in Burgdorf.

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Das Dresdner Streich-Trio: Jörg Faßmann (Violine, v. l.), Sebastian Herberg (Bratsche) und Michael Pfaender (Cello) sind ein eingespieltes Team. 

Quelle: Heine

Burgdorf. Vor 16 Jahren studierte er die Komposition mit Jörg Faßmann (Violine) und Michael Pfaender gemeinsam ein. Seitdem gehört sie zum festen Repertoire des Trios aus Dresden.

Das Stück enthält alles, was Mozart auszeichnet. Auf weichen Klangteppichen entfaltet sich süßer Schmelz. Schlichte Melodien verwandeln sich in ausgefeilte gebrochene Akkorde. Tänzerische Elemente blühen auf und gehen in Dissonanzen über. Die Streichinstrumente werden virtuos geführt und agieren völlig ausgewogen.

Das Dresdner Streichtrio meisterte das musikalisch anspruchsvolle Werk, sodass das scheinbar Leichte, Eingängige gut zur Geltung kam. Es war zu spüren, dass sich die drei Musiker sehr intensiv mit der sechsteiligen Satzfolge auseinandergesetzt hatten.

Vergleichbar rund gespielt, war auch die Zugabe, das „Aria“ aus Bachs Goldberg Variationen. Die absteigende Basslinie und die Verzierungen in der Oberstimme waren sauber herausgearbeitet.

Aus dem Fundus hatte Sebastian Herberg das Streichtrio in g-moll von Wilhelm Berger hervorgeholt, komponiert 1898 in spätromantischer Tradition. Die Musiker versuchten, allen Facetten des Stückes gerecht zu werden, was nicht immer vollständig gelang. Es fehlte die große Linie in den oft überraschend wechselnden musikalischen Wendungen. Der Ges­tus, mit dem gespielt wurde, war insgesamt zu wuchtig.

Die Stückauswahl bot allerdings Gelegenheit zu einem lohnenden Vergleich zwischen dem Mozart-Werk und der 110 Jahre später entstandenen Berger-Komposition. Während Mozart nach einem ästhetischen Schönheitsideal strebte, nahm sich Berger mehr Freiheiten und begann, die festen Strukturen aufzulösen.

Von Sybille Heine

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