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Drogensüchtige bleibt in Haft

Burgdorf Drogensüchtige bleibt in Haft

Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in drei Fällen und räuberischen Diebstahls in einem weiteren Fall hat das Amtsgericht Burgdorf eine 25 Jahre alte Frau am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt - ohne Bewährung.

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Am Mittwoch musste sich eine 25-Jährige vor dem Amtsgericht Burgdorf verantworten.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Bei der Frau, die von ihrem 17. Lebensjahr an zunächst Cannabis rauchte, dann Amphetamin und Morphium einnahm sowie im Wechsel mit Methadon, starken Antidepressiva und Schlafmitteln sich schließlich täglich Heroin und Kokain spritzte, handelt es sich um einen tragischen Fall. Tatsächlich gehört die Frau in ärztliche Behandlung. Zumal sie nach einer Fehlgeburt im vergangenen Jahr aktuell wieder schwanger ist. Doch sitzt die 25-Jährige wegen in Hannover unter Gewaltanwendung begangener Eigentumsdelikte seit dem 17. Dezember im Gefängnis und musste sich am Mittwoch das erste Mal in ihrem Leben vor einem Strafgericht verantworten.

Zur Finanzierung ihrer Sucht hatte die Frau, die sich mit Arbeitslosengeld II über Wasser hielt, im vergangenen Juli in einem Supermarkt in Burgdorfs Innenstadt Waren gestohlen. Unter anderem Tabak, den sie hatte weiterverkaufen wollen. Ein Ladendetektiv hatte das beobachtet, sie nach draußen verfolgt und festgehalten. „Wie eine Furie“, so beschrieb es eine Zeugin, sei die Frau aufgebraust, habe geschrien und um sich geschlagen, also Gewalt angewendet. Damit wurde - im juristischen Sinne - aus einem einfachen ein räuberischer Diebstahl, sodass das Gericht die Frau wie eine Räuberin zu bestrafen hatte.

Bei drei weiteren Diebstählen im Herbst in einem Supermarkt in Hänigsen entwendete die Frau Alkohol im Gesamtwert von 380 Euro - ebenfalls für den Weiterverkauf bestimmt, um sich vom Erlös Drogen zu beschaffen. Diese drei Taten räumte die Angeklagte ein. Im Fall des räuberischen Diebstahls behauptete sie hingegen, sie habe gar nicht mit Gewalt die Beute an sich, sondern sich selbst lediglich losreißen wollen. Denn sie habe sich vom Griff des Detektivs an ihre um den Hals gehängte Tasche stranguliert gefühlt.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Strafrichterin Stephanie Rohe nahm der Frau das so nicht ab und erkannte auf die von der Staatsanwaltschaft geforderte Freiheitsstrafe von elf Monaten, die es nicht zur Bewährung aussetzte. „Angesichts Ihrer schlechten Sozialprognose ist es ausgeschlossen, dass Sie allein den Weg in die Therapie finden“, sagte die Richterin.„Wahrscheinlich würden Sie sofort rückfällig und weitere Straftaten begehen.“ Der Verteidiger der Angeklagten hatte zuvor angedeutet, dass sich seine Mandantin einer Therapie unterziehen wolle.

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