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Klavierkunst in schöner Harmonie

Burgdorf Klavierkunst in schöner Harmonie

Lucia Huang aus Taiwan und Sebastian Euler aus Deutschland teilen nicht nur das Instrument, sondern ihr ganzes Leben. Als Klavierduo d'Accord war das Ehepaar zu Gast im Schlosskonzert und machte deutlich, dass trotz kultureller Kontraste eine Klavierallianz von großer Harmonie möglich ist.

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Lucia Huang und Sebastian Euler überzeugen als Klavierduo im Schlosskonzert mit zeitgenössischen Stücken und spielen in perfekter Harmonie.

Quelle: Heine

Burgdorf. "Wir schätzen unsere Unterschiede und suchen die Gemeinsamkeiten", erklärte Euler. Der Vortrag des Paares lebte von ihrem unverwechselbaren Zusammenspiel, wobei Huang eher extrovertiert agierte, Euler dagegen zurückhaltend.

Das Programm reichte von der Romantik bis zur Moderne. "Wir mögen zeitgenössische Stücke, wenn sie uns emotional berühren", sagte Huang. Innerliche Anteilnahme war den beiden Musikern vor allem bei dem Stück "Beyond a paperlike thin shield" der japanischen Komponistin Keiko Fujiie anzumerken, das dem Duo eigens gewidmet ist.

Es war faszinierend zu beobachten, wie sich die Hände der beiden Musiker überkreuzten, wie sie tastend, sehr verhalten einzelne Töne anschlugen und ein fast meditatives, fragendes Kolorit erzeugten, das durch kleine perlende Wendungen sehr fein und zart wirkte.

Eigenwillig und ausgesprochen assoziativ ist das Stück "Gazebo Dances" des amerikanischen Komponisten John Corigliano, das anschließend erklang. Huang und Euler entwarfen musikalisch das Bild eines Tanzpaares, das sich etwas holprig bewegt, dann seinen Rhythmus findet und wieder ins Stolpern kommt. Den Abschluss bildete eine rasend schnelle Tarantella.

Selten gespielt werden die sechs Walzer op. 22 von Max Reger mit lang ausgedehnten, teils verspielten Melodiebögen. Die beiden Pianisten musizierten fast chorisch und zeigten den Komponisten mit einer Vorliebe für protestantische Choräle von seiner fröhlichen, ungezwungenen Seite.

Im romantischen Teil fesselten vor allem Robert Schumanns drei Fugen über den Namen Bach. Schumann zeichnet ein expressives Bach-Bild, dem das Duo d'Accord mit sauberer Anschlagskultur Leben einhauchte.

Der Abend endete besinnlich mit Dvořáks "Waldesruh".

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