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Jugendrichter ahndet Schlägerei

Burgdorf Jugendrichter ahndet Schlägerei

Eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung hat Jugendrichter Klaus von Tilling am Donnerstag gegen einen 20-Jährigen aus Burgdorf verhängt. Außerdem hat der junge Mann 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Sein jüngerer Komplize muss einen Wochenarrest verbüßen.

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Wegen gefährlicher Körperverletzung hat Jugendrichter Klaus von Tilling jetzt zwei junge Burgdorfer verurteilt.

Quelle: Symbolbild/Dege

Burgdorf. Das Duo hatte in der Nacht zum 20. August vergangenen Jahres mit anderen Freunden in einer Diskothek an der Bahnhofstraße gefeiert. Dabei gerieten beide mit einem 27-jährigen Anlagenmechaniker aus Ramlingen aneinander. Die Ursache für die Auseinandersetzung ließ sich gestern nicht mehr ermitteln. Gleichwohl ergab sich in der gut einstündigen Verhandlung für Staatsanwaltschaft und Gericht das Bild eines tätlichen Übergriffs. Demnach attackierten sich die beiden Täter und das spätere Opfer zunächst verbal und im Bereich der Tanzfläche. „Dann gingen alle die Treppe herunter und zum Raucherbereich“, schilderte ein 21-Jähriger aus Altwarmbüchen den Ablauf. Er habe an dem Abend den Fahrdienst übernommen und deshalb keinen Alkohol getrunken, gab er zu Protokoll.

Aus seiner Sicht verhielt sich der 27-Jährige passiv und habe mit Gesten auch signalisiert, dass er keine Schlägerei anzetteln wolle. Allerdings habe sich eine immer größere Menschengruppe um den Ramlinger und dessen Freund, ein 21 Jahre alter Bundeswehrsoldat aus Burgdorf, gebildet. „Die haben richtig Druck aufgebaut“, sagt der Zeuge und fügte hinzu, er und ein Freund hätten sich daher nicht getraut, selbst einzugreifen. „Wir haben Umstehende losgeschickt, damit sie die Türsteher und Hilfe holen“, sagte er vor Gericht und schilderte seine Beobachtungen, wie der 20-Jährige – wegen einer Meniskusoperation auf Krücken unterwegs – eben mit jener Gehhilfe dem 27-Jährigen an den Kopf schlug. Der Jüngere soll das Opfer dann von hinten „sehr heftig“ gegen den Kopf geschlagen haben. „Der Mann war ziemlich ausgeknockt“, sagte der Altwarmbüchener. Diese Darstellung stützte auch sein Begleiter, ein 22 Jahre alter Zerspanungsmechaniker aus Altwarmbüchen. Wegen seiner Verletzungen, unter anderem an den Ohren, musste ein Rettungswagen den Ramlinger zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus bringen.

Alle Zeugen, darunter zwei junge Frauen und der Freund des Opfers, ordneten die beiden Angeklagten der Tätergruppe zu. Und auch wenn die Beobachtungen voneinander abwichen, so ließ Jugendrichter von Tilling keinen Zweifel daran, dass das Duo zugeschlagen und den auf dem Boden liegenden Verletzten auch getreten hatte. „Aus der Schilderung der Zeugen ergibt sich, dass es sich nicht um eine normale Schlägerei gehandelt hat“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung und fügte hinzu: „Ich habe keinen Zweifel, dass sie dabei waren.“ Den 20-Jährigen verurteilte er nach dem Erwachsenenstrafrecht und mit der zwölfmonatigen Freiheitsstrafe über der Forderung der Staatsanwaltschaft, die sieben Monate gefordert hatte. Zwei Jahre dauert die Bewährungsfrist.

Mit Blick darauf, dass der 18-Jährige an einer BBS das Abitur anstrebt, reduzierte von Tilling die von der Staatsanwaltschaft beantragte Arreststrafe von drei auf eine Woche. Der Heranwachsende muss zudem ein Wochenendseminar absolvieren, in dem er seine Tat noch einmal reflektiert. „Das Urteil hätte milder ausfallen können, wenn sie geständig gewesen wären“, sagte der Jugendrichter den beiden Angeklagten. Sie hätten sich jedoch für einen anderen Weg entschieden und müssten nun die Konsequenzen dafür und für die Tat tragen.

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