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Eltern erklären Schulpolitik für gescheitert

Burgdorf Eltern erklären Schulpolitik für gescheitert

Denkwürdige Sitzung dreier Ratsausschüsse im Saal des Schlosses: Bis ins Foyer standen die Zuhörer, um die Beratung über die Schulhöfe von Gymnasium und Pausewang-Schule zu verfolgen. Derweil kam es zur Generaldebatte über die Schulpolitik. Elternvertreter erklärten diese für gescheitert.

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Am Neubau für die Pausewang-Grundschule vorm Gymnasium scheiden sich die Geister. Hoch her ging es am Donnerstagabend in der Beratung der drei Ratsausschüsse über die Pausenhöfe von Gymnasium und Pausewang-Grundschule im Schloss.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Eigentlich hatten die Politiker am Donnerstagabend nur über die umstrittenen neuen Pausenhöfe für das Gymnasium und für die 2017 in einen Neubau am Berliner Ring umziehende Gudrun-Pausewang-Grundschule beraten wollen. Am Ende debattierten sie geschlagene fünf Stunden lang über die Schulpolitik im Allgemeinen und die Raumnöte der beiden Südstadtschulen im Besonderen. Dabei fingen sich Rat und Stadtverwaltung von Eltern verbale Ohrfeigen ein.

Der Berg kreißte und gebar am Ende eine Maus in Gestalt eines Kompromisses für die mit einem Zaun abgetrennten Pausenhöfe. Darüber hinaus beschlossen die Politiker ohne Gegenstimme, dass die Bauverwaltung im Rathaus die gewachsenen Raumbedarfe beider Schulen unter die Lupe nehmen und Vorschläge erarbeiten soll, wie Abhilfe zu schaffen ist. Schulleiter Michael Loske nannte fürs Gymnasium einen Raumbedarf von acht zusätzlichen Räumen. Der Grundschule fehlen laut Schulleiterin Sandra Müller-Herzberg zwei Räume.

Einen Eilantrag der WGS, auf den Grundschulneubau noch ein drittes Geschoss zu bauen, verwarfen die Politiker ebenso wie die vom Ratsherrn Michael Fleischmann (Linke) geforderte Kehrtwende. Fleischmann hatte vorgeschlagen, dass statt der Grundschule das Gymnasium in den Neubau am Berliner Ring einziehen und die Grundschule dafür einen Neubau auf ihrem angestammten Areal an der Grünewaldstraße erhalten soll. Den Vorschlag quittierten die Zuschauer mit lautstarkem Applaus.

Wie es überhaupt hoch herging in der Sitzung, in der sich Politiker von SPD und CDU etwa wechselseitig der Lüge bezichtigten und Elternvertreter mit der Stadt hart ins Gericht gingen. Als „planlos“ und „zu reaktiv“ beschrieb Günter Eggers, als Elternvertreter Mitglied im Schulausschuss, Burgdorfs Schulpolitik: „Die Schullandschaft wird systematisch destabilisiert.“ Desillusioniert äußerte sich mit Caroline Hofmann auch die Elternvertreterin des Gymnasiums zu den Mitwirkungsmöglichkeiten in nicht öffentlich tagenden Arbeitskreissitzungen, die Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) als „maximal transparent“ bezeichnet hatte: „Ich fühle mich wie ein Statist. Wir haben diskutiert und Wünsche vorgebracht, aber nichts beschlossen.“

Sprecher unterschiedlicher Ratsfraktionen, allen voran der SPD sowie deren Bürgermeister Baxmann, stellten klar, dass Burgdorf ein starkes Gymnasium im Wettbewerb mit der IGS brauche – und auf Unterstützung zählen dürfe. „Das wollten wir mal hören. Nun wollen wir auch Taten sehen,“ sagte Brigitte Ahrens vom Leitungsteam des Schulelternrates.

Der Streit um die Pausenhöfe von Gudrun-Pausewang-Grundschule und Gymnasium scheint indessen beigelegt zu sein. Die drei Ratsausschüsse für Bau-, Schul- und Verkehrsangelegenheiten stimmten einem Kompromissvorschlag zu, den der Leiter des Gymnasiums, Michael Loske, ins Spiel gebracht hatte. Die Pausenhöfe sollen nach wie vor mit einem Zaun getrennt bleiben, allerdings rückt der Schulhof der Grundschule vom Hauptgebäude des Gymnasiums ab, sodass die befürchtete Lärmbelastung gemindert würde. „Damit bin ich zufrieden“, sagte Loske, der noch Donnerstagnacht per E-Mail den Akteuren seiner Schulgemeinschaft dankte für deren Auftritt in der Sitzung. Eltern, Lehrer und Schüler des Gymnasiums hatten für übervolle Ränge gesorgt. Grundschulleiterin Sandra Müller- Herzberg indessen reagierte mit zurückhaltender Skepsis auf den Beschluss, der nur zum Tragen kommt, wenn die Feuerwehr zustimmt.

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