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Engel helfen seit zehn Jahren

Burgdorf Engel helfen seit zehn Jahren

Nach zehn Jahren gibt Annegret Oelschlägel die Leitung der Helfenden Engel an Ute Meyer-Schunck ab. Der Helferkreis für pflegende Angehörige wird immer stärker nachgefragt.

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Annegret Oelschlägel (rechts) übergibt die Leitung der Helfenden Engel an Ute Meyer-Schunck.

Quelle: Isabell Rollenhagen

Burgdorf. Annegret Oelschlägel weiß, wie belastend die Pflege von Angehörigen sein kann. Sie selbst hat vor einigen Jahren ihre Schwiegermutter betreut. Bei einem Pflegekurs der AOK kam sie mit anderen Teilnehmern ins Gespräch. Und fast alle hatten die gleichen Sorgen und Probleme: Sie litten an dem Gefühl, 24 Stunden am Tag wie angekettet zu sein und nicht weg zu können - und sei es nur, um ein paar Stunden durchzuatmen. Es fehlte an einer stundenweisen Unterstützung. „So ist die Idee für die Helfenden Engel entstanden“, sagt die Burgdorferin.

Im Juli 2005 erhielten die Helfenden Engel für pflegende Angehörige die Anerkennung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung als niedrigschwelliges Betreuungsangebot. Der ehrenamtliche Helferkreis unterstützt je nach Bedarf eine oder mehrere Stunden in der Woche Angehörige. Träger ist die evangelische St.-Paulus-Gemeinde.

An der ersten Schulung nahmen sechs Ehrenamtliche teil. Seitdem werden jeden Januar neue Schulungen angeboten - mittlerweile sind rund 80 Helfer im Einsatz. Sie besuchen die Pflegebedürftigen zu Hause, spielen mit ihnen, begleiten sie beim Einkauf oder reden einfach nur. „Die Kunden haben oft nur ihren Pflegekontakt und sind ansonsten einsam,“ erklärt Pflegefachkraft Ute Meyer-Schunck, die die Leitung des Kreises jetzt übernimmt. „Putzen und Pflegen gehören nicht zu den Aufgaben, obwohl das oft nachgefragt wird.“

Die Nachfrage nach dem Angebot stieg immer mehr, sodass es auf den gesamten Kirchenkreis Burgdorf ausgeweitet wurde. Für eine Stunde Betreuung bekommen die Engel eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 6,50 Euro, die Kirche erhält einen Euro für die Verwaltung. „Die meisten machen das aber nicht nur des Geldes wegen“, sagt Oelschlägel. „Sie wollen etwas Sinnvolles tun. Und als helfender Engel macht man das in jedem Fall.“

Am Sonntag um 10 Uhr wird in einem Gottesdienst in der St.-Paulus-Gemeinde das zehnjährige Bestehen gefeiert. Außerdem wird Meyer-Schunck in ihr Amt eingeführt. „Ich werde aber weiterhin dabei sein“, verspricht Oelschlägel.

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