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Er will für Deutschland antreten

Ahrbeck Er will für Deutschland antreten

Sayed Nasir Ahmad Balkhy ist nicht irgendein Flüchtling aus Afghanistan: Der junge Mann, der seit einiger Zeit in Ahrbeck lebt, bekleidet den höchsten Rang im Taekwondo und hat bereits eine Goldmedaille für sein Heimatland errungen.

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Der Asylbewerber Sayed Nasir Ahmad Balkhy aus Afghanistan ist ein Taekwondo-Meister mit zahlreichen Auszeichnungen.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Die wackelige Schublade im kärglich eingerichteten Zimmer der Unterkunft, die er mit mehreren Flüchtlingen bewohnt, birgt Schätze. Wenn der Sportler die dort aufbewahrten Urkunden und Zertifikate ausbreitet, langt die Fläche auf dem Tisch nicht aus.

Die Krönung seines bisherigen Sportlerlebens ist die Goldmedaille, die der 25-Jährige im Dezember 2014 bei den 4. Internationalen Taekwondo Championchips in Indien gewann - ein Beweis für die Weltklasse des zurückhaltenden Mannes, der sich gleich am Anfang entschuldigt: „Ich kann noch nicht viel Deutsch.“

Eine für ihn persönlich sehr wertvolle Auszeichnung ist die Urkunde für den 3. Platz, den er am 5. Dezember 2015 beim Internationalen Park Pokal in Sindelfingen errungen hat.

Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern hatte er alles andere als professionelle Bedingungen für dieses Wettkampf. Das Startgeld lieh er sich von seinen Mitbewohnern, auch beim Training war er auf sich selbst gestellt. Erst im Auffanglager Friedland, dann in seinem Zimmer in Ahrbeck.

Erst kurz vor dem Wettkampf fand er über Nachbarn Anschluss an einen Taekwondo-Verein in Lehrte. Der Vorsitzende war so begeistert, dass er ihn vom Fleck weg als Trainer einspannte. Eine dauerhafte sportliche Heimat wird Lehrte nicht für Balkhy: „Ich wünsche mir, einen Verein zu finden, wo ich auf Profiniveau trainieren kann.“ Das nächste Ziel sind die Deutschen Meisterschaften in Berlin. Wenn ihm Asyl gewährt wird in Deutschland, könne er sich auch gut vorstellen, international für seine neue Heimat anzutreten: „Nach Afghanistan kann ich nicht zurück.“

Wie es seiner Familie geht, weiß er nicht. Seit er floh, weil ihn die Taliban mit dem Tode bedrohten, weil er auch Frauen trainiert hatte, hat er keinen Kontakt mehr zu seinen Angehörigen gehabt.

Sandra Köhler

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