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Erste Anlaufstelle für alle in der IGS Burgdorf

Sekretärin Simone Bröer Erste Anlaufstelle für alle in der IGS Burgdorf

Simone Bröer ist Sekretärin an der IGS Burgdorf und hat trotz aller Hektik die Ruhe weg. Sie kümmert sich um die Schüler, Lehrer, Eltern und alles andere, was noch anfällt. Bei rund 250 Schülern und 20 Lehrern keine leichte Aufgabe. 

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Fragen? Wünsche? Probleme? Schulsekretärin Simone Bröer kümmert sich.

Quelle: Schaarschmidt

Burgdorf.         Acht Kinder müssen an diesem Tag zu Hause Bescheid sagen, dass die letzte Stunde ausfällt und sie schon früher Schluss haben. „Nicht, dass Mama denkt, du schwänzt die Schule“, sagt Simone Bröer augenzwinkernd zu einem Jungen, während sie die Telefonnummer seines Elternhauses wählt. In diesem Fall hat die Sekretärin der Integrierten Gesamtschule Burgdorf (Region Hannover) auf Anhieb Erfolg und kann ihre Botschaft loswerden. Doch das ist nicht immer so. Mal erreicht sie zu Hause niemanden, muss auf der Arbeitsstelle anrufen, und auch dort geht nur ein Kollege ran. Mal ist das Gespräch kurz und bündig, mal plaudert man auch kurz über die aktuelle Grippewelle. Immer ist Simone Bröer fröhlich im Ton, auch als sie zum achten Mal erklärt, dass der Sohn oder die Tochter an diesem Mittag früher aus der Schule kommt.

Kaum hat sie den Hörer aufgelegt, steht eine Schülerin am Tresen, die ihre Busfahrkarte vergessen hat. „Komm, ich leih dir 2 Euro“, sagt Bröer. Und dann ist da noch ein Junge mit Bauchschmerzen, der ins Krankenzimmer gebracht werden möchte. Der Draht zu den Schülern ist gut. Für viele ist Simone Bröer die erste Anlaufstelle. Wie wichtig die 48-Jährige für die IGS Burgdorf ist? Schülerin Lisa-Marie (10) muss nicht lange überlegen: „Sehr wichtig.“ Schulleiter Rudolf Alker drückt es so aus: „Sie ist meine rechte und linke Hand.“

Bis 9 Uhr morgens müssen Eltern ihre Kinder telefonisch krankmelden. Auch die Krankmeldungen der Lehrer nimmt Bröer entgegen. An zwei Tagen in der Woche, dienstags und donnerstags, ist sie von 7.30 bis 15.30 Uhr da, an den anderen Tagen endet ihr Arbeitstag bereits um 13 Uhr. Anrufbeantworter abhören, telefonieren, Post in die Lehrerfächer verteilen, Bestellungen eingeben, kopieren, Einladungen für Fach- und Gesamtkonferenzen vorbereiten – für die Schulsekretärin und ihre Kollegin gibt es bei 250 Schülern sowie 20 Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern immer etwas zu tun. Im vergangenen Jahr – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise – hatten die Schulverwaltungskräfte bei ihrer alljährlichen Mitgliederversammlung berichtet, dass immer wieder überraschend ganze Familien aus Syrien oder Afghanistan bei ihnen im Büro standen, weil sie ihre Kinder für die Schule anmelden wollten.

Schulverwaltungskräfte sind Diener zweier Herren: Zum einen sind sie beim Schulträger, also in Bröers Fall bei der Stadt Burgdorf, angestellt, zum anderen ist aber der Schulleiter, selbst Beamter des Landes Niedersachsen, ihr direkter Chef. Und wenn die eine Seite etwas will, was man laut anderer Seite aber nicht machen soll, sitzt man zwischen allen Stühlen.

„Den Schulsekretärinnen kommt eine Schlüsselrolle zu“, sagt Matthias Kirschner, Mathematik und Naturwissenschaftslehrer. „Gerade was diesen ganzen Papierkram angeht und das Organisatorische, ohne Sekretärin wären wir aufgeschmissen.“ „Und bei Frau Bröer gibt es immer Bonbons“, ruft Philipp (12) begeistert. Er steht an diesem Morgen eigentlich ohne ersichtliches Anliegen vor der Sekretärin. Es ist wohl der Traubenzucker, der ihn lockt. Die elfjährige Vanessa findet Simone Bröer „immer richtig nett“, und Schulleiter Alker benutzt in seiner Beschreibung ziemlich oft das Wörtchen „sehr“. „Frau Bröer ist sehr belastbar, sehr motiviert und sehr mitdenkend.“ Um eine Schule zu leiten, müsse man ein gutes Team sein, meint er. Der gute Teamgeist ist an der IGS Burgdorf immer wieder spürbar, ob im Gespräch zwischen Schulleiter und Sekretärin oder im Kontakt beider zu den Kindern.

In der Arbeitsplatzbeschreibung der Verwaltungskraft ist von Registraturarbeiten (Verwaltung von Lehrerlisten, Schüler- und Lehrerakten, Ablage von Gesetzestexten, Pflege von Telefonlisten), auch von Beratung und internem Service („Informationsstelle für Schüler, Eltern und Dritte“) die Rede, von Botengängen, Pflege des E-Mail-Kontos, Materialbeschaffung (Zeugnisse wie Büromaterial), und dann auch von Verwaltung des Schulbudgets, Hilfe bei zentralen Abschlussprüfungen, Hilfe schließlich auch bei der Außendarstellung der Schule und Mitarbeit bei der Erstellung von Statistiken.

Simone Bröer arbeitet seit 15 Jahren als Schulsekretärin, erst an der Grundschule Otze, jetzt an der IGS Burgdorf. „Unsere Aufgaben sind immer vielfältiger geworden“, sagt die 48-Jährige, die auch den Verband der Schulverwaltungskräfte Niedersachsen leitet. „Eigentlich ist es eher ein Assistenzposten.“ Die Didaktische Leiterin Saskia van Waveren-Matschke sagt: „Simone Bröer ist die gute Seele in unserer Schule, sie hat den Überblick über alles.“     

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