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Zu viele Hökerer: Nix geht mehr in Heeßel

Burgdorf Zu viele Hökerer: Nix geht mehr in Heeßel

Hökern in Heeßel: Unter diesem Motto verwandelte sich der Burgdorfer Ortsteil am Sonnabend in einen Freiluftflohmarkt. Die Veranstaltung zog so viele Besucher an, dass auf der von Autos zugeparkten Ortsdurchfahrt nichts mehr ging. Die Polizei musste anrücken, um das Chaos zu entwirren.

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Beim ersten "Hökern in Heeßel" haben 45 Einwohner auf oder vor ihren Grundstücken Stände aufgebaut, an denen den ganzen Tag munter gehandelt wurde.

Quelle: Sandra Köhler

Heeßel. Mit einem solchen Ansturm hatte Ortsvorsteher Heiko Reißer nicht gerechnet: "Zwischendurch ging in Heeßel nichts mehr. Da musste die Polizei kommen und den Verkehr regeln. Die Radfahrerschutzstreifen auf der Ortsdurchfahrt waren zugeparkt."

Ab 11 Uhr sollte das muntere Treiben an den Ständen beginnen, die 45 Heeßeler auf ihren Höfen, unter ihren Carports oder schlichtweg mit Tapeziertischen am Straßenrand aufgebaut hatten. Doch bereits Stunden vorher fanden sich die ersten Kunden ein: Flohmarktprofis, die auf der Jagd nach Schnäppchen zum Weiterverticken die ersten sein wollten. Reißers Frau Monika hatte dafür gesorgt, dass die Kunde vom ersten Heeßeler Ortsflohmarkt sich auch in den sozialen Netzwerken in Windeseile weit verbreitete.

Aus dem Umland - selbst aus Hildesheim, Peine und Holzminden - kamen Trödler nach Heeßel. Manch einer sei mit dem Auto im Schritttempo von Stand zu Stand gefahren - die Verkaufsstellen zogen sich durch den kompletten Ort - und habe dort gestoppt, wo ihn ein Angebot interessierte, berichtete Steffi Mischen: "Ich hatte ja gedacht, da kommen mehr mit dem Fahrrad." Die Modellautos ihres Mannes hatten ebenso schnell Käufer gefunden wie der selbstgemachte Schmuck ihres Sohnes. "Wenn der nächste Flohmarkt ist - wir sind auf jeden Fall wieder dabei."

"Bei uns haben die ersten um halb neun an der Tür geklingelt", sagte Petra Hattendorf, die nahe am Ortseingang wohnt. "Wir hatten noch gar nicht aufgebaut. Die fragten dann auch gezielt nach Dingen, und ich sagte nur noch 'Ja, hab ich - nein, hab ich nicht." Am Nachmittag, als der große Ansturm nachgelassen hatte, war dann auch Zeit für ein Gläschen Sekt mit Freunden. "Ich finde das total gut", sagte Petra Hattendorf über den Dorfflohmarkt: "Vor allem muss ich das Zeug nirgendwo hinfahren."  Sie hatte gemeinsam mit ihrem Mann die Gelegenheit genutzt, Dachboden, Keller und Garage zu entrümpeln. Besonders Bücher kamen dabei in Mengen zum Vorschein: "Als wir zusammengezogen sind, haben wir festgestellt, dass wir viele doppelt haben, weil wir den gleichen Geschmack haben", erzählte sie.

Auch Mike Görtzen aus Burgdorf, der seinen Stand bei den befreundeten Hattendorfs aufgeschlagen hatte, war mit dem Geschäft sehr zufrieden: "Kleine Dinge für ein paar Euro liefen gut. Wir haben kaum noch etwas da." Ein Hingucker an seinem Stand war das großformatige Gemälde des Künstlers Rainer Ossi Ossmann zum 725-jährigen Bestehen Burgdorfs. "Das wurde damals zugunsten der Kindergärten amerikanisch versteigert und ich wollte es unbedingt haben", sagt Görtzen. Da er selbst amerikanisch eingerichtet sei, verriet der Mann in Cowboykluft, passe das Bild nicht in seine Wohnung und er wolle es verkaufen. "Aber nur an jemanden, dem auch wirklich was dran liegt."

Weil den Heeßelern etwas an ihrer Kinder- und Jugendfeuerwehr liegt, wird diese den Erlös aus dem Verkauf der Kuchenspenden erhalten. "Das wird schon eine schöne Summe sein", kündigte Reißer an. Ob es erneut Hökern in Heeßel heißen wird? "Eigentlich wollte ich ja hinterher mal über den E-Mail-Verteiler anfragen, ob Interesse besteht. Aber bei den vielen begeisterten Rückmeldungen, die schon kamen, ist die Sache klar." 

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Von Sandra Köhler

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