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Experte zählt mehr Fledermäuse

Burgdorf Experte zählt mehr Fledermäuse

Es gibt wieder mehr Fledermäuse, zumindest in der Region Hannover-Ost. Das ist das Fazit einer Zählung der kleinen Nachtschwärmer in ihren Winterquartieren. Doch es lauern neue Gefahren auf die vom Aussterben bedrohte Art.

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Fledermausexperte Bernd Rose zählt die Fledermäuse im Winterquartier an der Friederikenstraße. Neun Tiere haben es sich hier gemütlich gemacht. Ein Blick in den Spiegel zeigt, dass eine Fledermaus den Hohlstein zum Winterquartier erkoren hat. Rose markiert bewohnte Steine mit einer Wäscheklammer.

Quelle: Heine

Burgdorf. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass sich die Bemühungen des Nabu um die Arterhaltung der Fledermäuse lohnen. Fledermausexperte Bernd Rose zählte 2014 in seinen 32 Winterquartieren 202 Tiere. Im vergangenen Jahr wuchs sowohl die Zahl der Quartiere als auch die Zahl der Tiere, die sie nutzten. 2015 überwinterten in 41 Quartieren 300 Fledermäuse.

Zur weltweiten Hauptbedrohung der Fledermäuse zählt der Verlust des Lebensraumes. Darum kämpft Bernd Rose um jedes geeignete Winterquartier, damit die pelzigen Säugetiere, die sich im Herbst Fettreserven anfressen und dann Winterschlaf halten, diese kritische Phase gut überstehen.

Inzwischen hat er viel Erfahrung damit, alte Bunker und Keller so einzurichten, dass sich die Fledermäuse, überwiegend Braune Langohren, wohlfühlen. „Wichtig sind eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent, Temperaturen über dem Gefrierpunkt und eine gute Belüftung“, erklärt Rose.

„Noch dösen die kleinen Nachtschwärmer. Doch wenn die Temperaturen längerfristig über acht Grad steigen, verlassen sie ihre Winterquartiere und suchen nach Nahrung in Form von Mücken, Fliegen und Nachtfaltern. Sollten dann noch keine Insekten unterwegs sein, wegen Dauerregens zum Beispiel, wird es eng für die Fledermäuse, weil die erfolglosen Ausflüge zehren. So könnten sich milde Winter aufgrund des Klimawandels verhängnisvoll für die Fledermäuse auswirken“, sagt der Experte.

Er bittet darum, ihm geeignete Quartiere unter Telefon (05136) 81265 zu melden. Das können erdfeuchte Keller sein, alte Eiskeller, Trafo-Stationen oder Bunker. Hausbesitzer können auch helfen, indem sie nicht alle Mauern versiegeln, sondern ein paar Ritzen frei lassen, um Fledermäusen Rückzugsmöglichkeiten zu eröffnen. Möglich ist außerdem der Einbau von sogenannten Fledermaussteinen. Durch einen Schlitz gelangen die Tiere ins Innere eines Hohlraumes.

Für bessere Lebensbedingungen sorgen alle, die sich für einen naturnahen Garten mit vielen heimischen Blühpflanzen entscheiden. Weil diese Pflanzen Insekten anlocken, ist der Tisch für Fledermäuse reich gedeckt. Das ist für Gartenbesitzer insofern praktisch, als der fliegende Säuger lästiges Insektenvolk fern hält und so den Einsatz von Gift erspart. Täglich frisst er 28 bis 38 Prozent seines Körpergewichts.

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