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Flüchtlingskinder sind motiviert

Burgdorf Flüchtlingskinder sind motiviert

Im Vorgriff auf die geplante Einrichtung sogenannter Sprachlernklassen erteilen Gymnasiallehrer mit Freiwilligen vom Mehrgenerationenhaus (MGH) 15 Flüchtlingskindern Deutschunterricht - ehrenamtlich.

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15 Jungen und Mädchen lernen am Gymnasium Deutsch und wie ihre neue Heimat tickt.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Ideengeber dieses neuen Sprachangebots, das unter der Überschrift „Förderkurs Deutsch als Fremdsprache“ steht, ist Michael Loske, der das Gymnasium am Berliner Ring leitet. „Konflikte entstehen durch Missverständnisse und Sprachschwierigkeiten. Deshalb zählt jeder Tag“, sagt Loske. Der Sprachunterricht in Verbindung mit einer Alltagsvermittlung - vorgesehen sind auch ein Supermarktbesuch und gemeinsames Busfahren - könnten vorbeugend wirken. „Wenn die Kinder und Jugendlichen erst einmal frustriert sind, wird alles noch viel schwieriger.“

Das Gymnasium hat deshalb dieser Tage mit dem Mehrgenerationenhaus einen Vertrag geschlossen, der die Zusammenarbeit auch formal regelt. Neun Gymnasiallehrer, die durch die Bank Deutsch oder andere Sprachen unterrichten, und vorerst drei Ehrenamtliche vom MGH bilden Tandems. Sie unterrichten jeweils montags und dienstags von 7.45 bis 13.05 Uhr in Doppelstunden die Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren. Die Jungen und Mädchen vom Gymnasium, der IGS, der Real- sowie der Grund- und Hauptschule stammen aus Syrien, Russland, Rumänien, Bosnien. Auch zwei Jugendliche aus Sizilien lernen in der Gruppe mit.

Fabian Rode, neuer Deutsch- und Geschichtslehrer am Gymnasium, organisiert das schulformübergreifende Förderangebot. Nach der ersten Doppelstunde, die er mit dem Ruheständler Dieter Katzberg am Montag gab, lautete sein Fazit: „Wenn das Engagement so hoch bleibt, erleben wir schnell Lernerfolge.“ Alle Schüler hätten nach seiner Beobachtung eine extrem hohe Lernbereitschaft an den Tag gelegt. „Das war wirklich toll und hat allen viel Spaß gemacht.“

Kadidja Mensak und Frauke Kemmer, zwei Kolleginnen von Rode, nahmen am Dienstag in der dritten und vierten Stunde die Körperteile des Menschen und die Uhrzeiten mit den 15 Schülern durch und wiederholten die Zahlen. Zum Lernen motivieren brauchten sie dabei niemanden im sonst als Besprechungszimmer der Lehrer genutzten Unterrichtsraum.

Laut Loske haben die Realschule für den Sekundarbereich aller weiterführenden Schulen und die Gudrun-Pausewang-Schule für den Primarbereich jetzt bei der Landesschulbehörde die Anträge für die regulären Sprachlernklassen eingereicht. Loske erhielt gestern von der Behörde die Auskunft, dass diese Anträge sehr zeitnah bearbeitet werden sollen. Der Schulleiter glaubt daher, dass die jeweils zwei Primar- und Sekundarsprachlernklassen noch in diesem Halbjahr eingerichtet werden können. Schon jetzt hat Stadtrat Michael Kugel signalisiert, dass die Stadt die Kosten für die Lernmittel tragen wird.

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Von Redakteur Joachim Dege

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