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Auf der Spur der Roten Waldameise

Burgdorf Auf der Spur der Roten Waldameise

Dicht an dicht krabbeln die schwarz-roten Tierchen in der Nachmittagssonne über einen abgestorbenen Baumstamm unmittelbar neben dem Läuferweg: Die Waldameisen sind aus dem Winterschlaf erwacht und bringen ihr Nest auf Vordermann und schaffen Futter für den Nachwuchs herbei.

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Das nur einen Zentimeter große Arbeiterameise schleppt ein Stückchen Holz, das um ein Vielfaches schwerer als sie selbst ist, zum Nest.

Quelle: Bernd Moßmann

Burgdorf. Anders als ihre kleineren Verwandten, die sich gern unter Terrassen ansiedeln und gerade im Frühjahr auch schon mal auf der Suche nach Futter einen Abstecher in die Häuser machen, gelten Waldameisen als sehr nützliche Tiere. Sie stehen deshalb unter Schutz.

Hobbyfotograf Bernd Moßmann hat das Waldameisen-Nest am Läuferweg kurz vor der Bahnunterführung fotografisch in Szene gesetzt. "Der halbe fotografische Haushalt, verschiedene Makroobjektive, Nahlinsen und ein Balgengerät waren nötig, um einzelnen Exemplare der fleißigen und sehr beweglichen Insekten abzubilden", berichtet Moßmann.

Die bis zu einem Zentimeter großen Tiere fallen durch ihren rote Körpermitte auf. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um Rote Waldameisen, möglicherweise aber auch um Rote Raubameisen, die ebenfalls zur Gattung der Waldameisen gehören. Beide Arten besiedeln gut besonnte Stellen am Waldrand. Raubameisen nutzen für ihre Bauten Totholz und sind deshalb auch gelegentlich in alten Schuppen anzutreffen. Während Rote Waldameisen die Nähe von Menschen meiden.

Die Waldameisen spielen im Ökosystem eine wichtiger Rolle. "Sie sind die Feuerwehr des Waldes, denn sie sammeln auch tote Tiere ein", sagt Thomas Behling, Revierförster im Burgdorfer Holz und im Beerbusch. Darüberhinaus jagen sie Schädlinge, wie den Borkenkäfer. Laut Naturschutzbund (Nabu) soll ein Volk einen Viertelhektar Wald von Insekten und ihren Larven freihalten. 

Nach Angaben des Nabu sollen zudem mehr als 150 Pflanzenarten den Ameisen ihre Verbreitung verdanken. "Dazu wenden die Pflanzen einen Trick an. Da Ameisen Süßem nicht widerstehen können, tragen manche Samen ein zuckerhaltiges Anhängsel. Wegen dieses Schmankerls transportieren Ameisen diese Samen bevorzugt", heißt es auf der Internetseite der Naturschützer. Zudem lebten andere Kleintiere als Untermieter, Mitesser oder Schmarotzer in Ameisennestern. Für Vögel, allen voran der Specht, seien Ameisen Leckerbissen.

Die Experten sind sich nicht einig, ob die Rote Waldameise in ihrem Bestand gefährdet ist. Die Tiere und ihre Nester sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und stehen laut der Roten Liste gefährdeter Arten in Deutschland auf der Vorwarnliste. So ist es bei Wikipedia nachzulesen. Allerdings würden die Bundesländer die Situation unterschiedlich beurteilen. Im Burgdorfer Holz hat Revierförster Behling nach eigenen Angaben zumindest noch keinen Rückgang der nützlichen Tiere beobachtet.

Bernd Moßmann beruhigt es, dass das Nest am Läuferweg von Spaziergängern und Radfahrern meist nicht bemerkt wird. Ihn habe sein Enkelkind zum Nest geführt, weil es neugierig einer einzelnen Ameise gefolgt war, berichtet er.

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