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"Rad und Tat" gibt es zweimal wöchentlich

Burgdorf "Rad und Tat" gibt es zweimal wöchentlich

"Rad und Tat" heißt ein neues Angebot für Flüchtlinge und Bedürftige, das unter der Regie von Ehrenamtlichen ab sofort zweimal wöchentlich in der Unterkunft am Sorgenser Grundweg öffnet. Der Name ist Programm: Die Besucher schrauben, lernen Deutsch und erhalten wichtige Tipps.

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Jörg Dattkewitz erklärt Sosdar die Gangschaltung am Fahrrad.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Mehr als ein Jahr lang hat sich Jörg Dattkewitz beim Mehrgenerationenhaus darum gekümmert, dass möglichst viele Geflüchtete ein Fahrrad erhielten. Doch mit dessen Umzug an die Marktstraße fehlten schlicht geeignete Räume, so dass sich der Burgdorfer nach einem neuen Umfeld umsehen musste. In der Flüchtlingsunterkunft am Sorgenser Grundweg erhielt er schließlich einen Raum, den er nun sukzessive zu einer Werkstatt ausbaut - und nicht nur das.

Denn schon sehr frühzeitig entwickelten Dattkewitz und Imke Fronia, im Beruf bei Diakonie für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig, ein Konzept, das weit über die bisherige Reparatur von Fahrrädern hinausgeht. "Das Ziel ist es, eine betreute Werkstatt einzurichten", sagt Fronia. Ein Fahrrad abzugeben, um es nach zwei Stunden repariert wieder abzuholen - das funktioniere nicht mehr. "Unsere Philosophie heißt: Hilfe zur Selbsthilfe", sagt die Burgdorferin. Damit entwickelten die Besitzer ein stärkeres Bewusstsein für ihr Gefährt, sie lernten wichtige Handgriffe und bekämen zudem einen Blick für die Sicherheit. Neu sei zudem, dass das Angebot den Flüchtlingen und Menschen mit einem geringen Einkommen offen stehe. Dafür genüge der Tafelausweis als Legitimation, sagt Fronia.

Parallel zur Werkstatt öffnet ein Begegnungscafé in einem benachbarten Raum. "Falls jemand mal nicht mithelfen kann sein Rad flott zu machen, kann er sich dort betätigen", beschreibt Barbara Gebbe, Flüchtlingskoordinatorin der katholischen Kirche St. Nikolaus, das Konzept. Dort bereiten freiwillige Helfer mit den derzeit 60 Bewohnern neben Getränken auch Kuchen und Obst-Happen zu, sie spielen und sprechen gemeinsam. "Uns ist wichtig, dass die Frauen aus den Wohnungen kommen", sagt Gebbe und fügt hinzu, dass die Werkstatt doch eher die Männer reize. Quasi als Gegenpol plant Gebbe deshalb ein Nähstübchen mit gespendeten Nähmaschinen und Stoffen.

Im Zusammenspiel von Werkstatt und Café setzen die Initiatoren, zu denen auch Nachbarn, das Freiwilligenzentrum Bürger für Bürger und die städtischen Mitarbeiter gehören, auf möglichst viele Aktive. So kommt regelmäßig eine junge Frau, um mit den Bewohnern Tischtennis zu spielen, eine andere als Fachfrau fürs Basteln. "Derzeit sind wir bis zu 19 Ehrenamtliche", sagt Fronia und betont zugleich, nach wie vor seien Freiwillige gern gesehen, die das Team unterstützen wollten.

Die Trägerschaft für das Projekt hat die Kolpingfamilie übernommen - aus administrativer Sicht, wie Peter Wirz sagt. Sie verwalte die Ausgaben, leiste die Vorfinanzierung, nehme Spenden entgegen und stelle die entsprechenden Quittungen aus.

So können Sie helfen

Die Fahrradwerkstatt unter der Regie von Jörg Dattkewitz und Ulrich Seelaff öffnet montags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr am Sorgenser Grundweg. Wer ein Rad spenden möchte, kann sich per E-Mail fahrrad@dattkewitz.de melden. Benötigt werden vor allem 26- und 28-Zoll Fahrräder, Kindersitze und Helme. Freiwillige Helfer für das Begegnungscafé werden koordiniert von Barbara Gebbe, die per E-Mail b.gebbe@t-online.de zu erreichen ist. Wer das Projekt der vielen Helfer finanziell unterstützen möchte, kann Geld überweisen. Die Kontoverbindung der Kolpingfamilie bei der Stadtsparkasse Burgdorf hat die IBAN DE64 2515 1371 0100 0666 61. Peter Wirz weist darauf hin, dass als Verwendungszweck Spende Fahrradwerkstatt/Begegnungscafe angegeben werden muss. Außerdem muss die komplette Anschrift wegen der Zuwendungsbescheinigung vermerkt werden.

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Während in der Fahrradwerkstatt geschraubt und repariert wird, öffnet auch ein Begegnungscafé.

Quelle: Bismark
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