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Wohin mit den Windrädern?

Burgdorf Wohin mit den Windrädern?

Das Thema Windenergie ist in Otze ein Aufreger. Das zeigte einmal mehr die Beteiligung an einer von Ortsbürgermeister Carl Hunze geführten Radtour zu den möglichen Standorten eines neuen Windparks auf Otzer Gebiet. Mehr als 30 Bürger schlossen sich der Fahrt an.

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Ortsbürgermeister Carl Hunze (Mitte im roten T-Shirt) erklärt den Teilnehmern einer Fahrradtour zum Thema "Wo ist Windrad möglich?" die landschaftlichen Gegebenheiten im Otzer Bruch. Im Hintergrund ist der Windpark Ehlershausen zu sehen.

Quelle: Heine

Otze. Der Ortsbürgermeister hatte sich gut vorbereitet. Er zeigte den Radlern zunächst das im Regionalen Raumordnungsprogramm ausgewiesene Vorranggebiet nordöstlich der Bundesstraße 3 im Westen Otzes. Im Dorf wird diese Fläche wegen der Nähe zum Ort kritisch gesehen. Ein Mindestabstand zur Wohnbebauung von 1000 Metern, wie ihn auch die Burgdorfer Politiker fordern, wäre dort kaum einzuhalten.

In etwa acht Kilometer Entfernung von Otze dagegen liegt die von Carl Hunze favorisierte Fläche, das nächste Ziel der Radtour. Der mögliche Windparkstandort befindet sich nördlich des Röhndammes im Otzer Bruch. Neue Anlagen könnten dort im Anschluss an den zu Ehlershausen gehörenden Windpark entstehen.

Dieses Gebiet ist jedoch nicht nur Landschaftsschutzgebiet, sondern seit Neuestem auch eine vorläufig gesicherte Überschwemmungsfläche. Beides ist in den Augen der Planer des Regionalen Raumordnungsprogramms ein Ausschlusskriterien für Windkraftanlagen. Allerdings teilen ihre Kollegen von der Untere Wasserbehörde der Region Hannover diese Auffassung bezüglich der Überschwemmungsfläche nicht. Deshalb werden sich demnächst der Fachausschuss für Regionalplanung und die Regionsversammlung selbst mit dem Thema befassen. 

Carl Hunze gab den Radlern seine Einschätzung der Lage. Seiner Meinung nach, könne im Otzer Bruch auf beide Gebietsschutz-
kategorien verzichtet werden, um der Windenergie Vorrang zu geben. Insbesondere von der Ausweisung als Überschwemmungsgebiet hält Hunze gar nichts. "Die Wasserstände der Alten und der Neuen Aue werden über ein Schöpfwerk reguliert", erklärte er.

Der Naturschutzbund (Nabu) bewertet das Thema allerdings anders. Für Dieter Kleinschmidt und Bernd Rose, Vorstandsmitglieder im Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze, sind 200 Meter hohe Windkraftanlagen mitten in der Feldmark keine Option. Sie sehen Fledermäuse, Kraniche und Störche in Gefahr, die mit den Rotorblättern kollidieren könnten. "Eine Naturidylle wird abgewertet", fürchtet Rose.

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