Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Generationswechsel im Kino

Burgdorf Generationswechsel im Kino

Geräuschloser Generationswechsel im Kino an der Feldstraße: Christian Lindemann (40) hat Anfang des Jahres im Familienbetrieb Neue Schauburg das Steuer von seiner Mutter Heidrun übernommen.

Voriger Artikel
Chinesen feiern Neujahr in Burgdorf
Nächster Artikel
FDP fordert Masterplan 2020

Christian Lindemann (40)

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Dass der Wechsel in der Geschäftsführung fast unbemerkt blieb, liegt freilich auch daran, dass Heidrun Lindemann und ihr Mann Barthold ihrem Sohn Christian nach wie vor zur Hand gehen. Als Ratgeber bei der Gestaltung des Programms. Aber bisweilen auch am Saaleingang und an der Kasse. So lässt es sich Heidrun Lindemann nicht nehmen, an zwei Abenden in der Woche die Cineasten in der ihr eigenen Liebenswürdigkeit persönlich zu begrüßen und im Bedarfsfall die vorbestellten Sperrsitze anzuweisen.

Kinobetrieb und Filmgeschehen sind Christian Lindemann in die Wiege gelegt. Als in den Achtzigerjahren noch seine Oma Elisabeth Hahne den Kinosaal an der Feldstraße betrieb, da drehte er als kleiner Bub auf seinem feuerroten Bobbycar seine Runden im Zuschauerraum. Manchmal, so erinnert er sich, durfte er dann einen Blick riskieren, wenn eine kinderkompatible Vorschau lief.

Seit Anfang des Jahres trägt der gelernte Werbekaufmann und Grafikdesigner, der mit seinem Büro über dem Kino residiert, wirtschaftlich die Verantwortung für die Schauburg. Er macht die Abrechnungen und die Steuer. Er handelt mit den Filmverleihfirmen aus, welche Blockbuster und welche Nischenfilme in Burgdorf zu welchen Konditionen und Zeitpunkten zu sehen sein sollen, legt fest, welche Kooperationen das Kino mit Partnern wie Wegeners Buchhandlung oder Amnesty International eingeht. Dabei fallen im vertrauten Familienkreis die meisten Entscheidungen im Einvernehmen und auf dem ganz kurzen Dienstweg.

Der Erfolg bestätigt das Geschäftsmodell Kino auf dem Lande im 85. Jahr seines Bestehens. Die Schauburg werfe genug ab, um davon leben zu können, versichert Lindemann. Im Schnitt 40 000 Besucher - „unser tolles, aufgeschlossenes Publikum“ - kämen pro Jahr, um sich in dem auf gepflegte Nostalgie getrimmten Kinosaal unterhalten zu lassen - mit Blockbustern, Literaturverfilmungen, Dokumentarfilmen oder Jugendfilmen. Auch Nischenfilme bekämen ihre Chance, sagt Lindemann, der jedes Jahr die Berlinale besucht und sich dann vier, fünf Streifen am Tag ansieht.

Lindemann, der, wenn er nicht das Kino managt, für Verlage zeichnet und illustriert, hat schon an ein paar kleinen Stellschrauben gedreht. Das neue Kassensystem erlaube jetzt den nachmittäglichen Kartenvorverkauf an der Feldstraße: „Am Vorverkauf über das Internet sind wir dran.“ Am Wochenende zeigt die Schauburg mehr Filme; 13 Vorstellungen pro Woche seien es inzwischen. Noch mehr Abwechslung und noch mehr Bandbreite wolle er bieten, sagt Lindemann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9dtnbrnthj5pmdfd
Abriss der Brandruine beginnt

Fotostrecke Burgdorf: Abriss der Brandruine beginnt