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Umzug macht Förderschülern Angst

Burgdorf Umzug macht Förderschülern Angst

Die Region Hannover will einen Teil ihrer Förderschule am Wasserwerk künftig in einem Containerbau in Uetze unterbringen. Die Elternschaft äußert erhebliche Bedenken, die Schulleitung und Lehrkräfte teilen. Die Stadt hat Unterstützung bei der Suche nach einer Fläche in Burgdorf zugesagt.

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Schulleiter Thomas Stopper führt Mitglieder des Ratsausschusses für Schulangelegenheiten durch die Schule am Wasserwerk.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf/Uetze. Ziel der der Initiative der Stadt ist es, dass die Container womöglich doch in Burgdorf aufgestellt werden können und die bislang noch in der Prinzhornschule einquartierten Förderschüler gar nicht erst umziehen müssen. Die Aussichten, dass die Flächensuche erfolgreich sein könnte, schätzten Bürgermeister Alfred Baxmann und der für Schulen zuständige Stadtrat Michael Kugel allerdings wenig optimistisch ein.

„Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ lautet das Motto der Förderschule in Burgdorfs Nordstadt. Der Teilumzug, den die Region Hannover als Trägerin der Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung plant, hat aus Sicht von Lehrern und Eltern der aktuell 109 Schüler allerdings weder Hand und Fuß, noch Kopf und Herz, wie der Elternratsvorsitzende Detlef Koch aus Dachtmissen findet: „Manchmal ist man schon verzweifelt. Unsere Kinder haben keine Lobby.“

Seine Sorgen trug der Elternvertreter, assistiert von Lehrern und Schulleiter Thomas Stopper, am Dienstagabend im Schulausschuss des Rates der Stadt vor. Der ist zwar formal nicht zuständig. Der Zufall aber wollte es, dass das Gremium gerade in der Schule am Wasserwerk tagte. Hintergrund von Kochs Kritik sind Pläne der Region, alle in die Prinzhornschule ausgelagerten Klassen der seit Jahren aus den Nähten platzenden Schule am Wasserwerk vom nächsten Schuljahr an in mehrere Containern neben der Stötzner-Schule in Uetze einzuquartieren. Die Stadt Burgdorf braucht die Räume in der Prinzhornschule selbst und hatte diese der Region schon vergangenes Jahr gekündigt. Am 19. September informierte die Region die Förderschuleltern über den geplanten Umzug nach Uetze.

„Wir sind tief erschüttert, dass wir Burgdorf verlassen müssen“, schilderte Lehrerin Helga Stellmann im Schulausschuss der Stadt die Stimmung in der Schule. Für die betroffenen Kinder sei der Umzug von Nachteil. Für sie werde es in Zukunft kein therapeutisches Reiten und kein Schwimmen mehr geben, weil die Schule beides nur im Stammhaus anbieten könne. Viele Kinder hätten regelrecht Angst, sagte Elternvertreter Koch.

Laut Schulleiter Stopper lebt die Schule seit 20 Jahren mit einer Außenstelle. Eine solche in 17 Kilometer Entfernung sei allerdings keine mehr, sondern eine eigene Schule, zu der die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter und Therapeuten pendeln müssten. Betroffen seien 36 Kinder aus fünf Klassen der älteren Jahrgänge, vom nächsten Schuljahr an womöglich noch eine sechste Klasse.

Die Containerunterbringung sei zunächst für die Dauer von vier Jahren notwendig. Einen anderen Standort gebe es zurzeit nicht. Das teilte die Regionsverwaltung Eltern und Lehrern mit. Bis in vier Jahren wolle die Region die Schule am Wasserwerk dann mit einem Anbau mit sechs Unterrichtsräumen erweitert haben. Laut Schulleiter Stopper ist aber schon jetzt absehbar, dass acht Räume erforderlich sind.

Die Region Hannover wollte sich zum Umzug und zu ihren Anbauplänen am Mittwoch auf Nachfrage nicht äußern. Man sei in Gesprächen mit der Stadt Burgdorf. „Wir nehmen die Sorgen der Eltern und Lehrer aber sehr ernst“, versicherte eine Regionssprecherin.

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